„Es ist kein Schaden entstanden“

Damals noch an einem Strang: Reiner Haseloff (vorne) und Andreas Benken bei der Standort-Präsentation im Dezember 2010 in Gardelegen. Mittlerweile hat sich die vermeintliche Firmengründung als komplette Luftnummer erwiesen.

Gardelegen. „Dem Land ist definitiv kein Schaden entstanden.“ Das sagt Reiner Haseloff, Sachsen-Anhalts Ministerpräsident, zum Fall Andreas Benken während seines Besuches in der Redaktion der Altmark-Zeitung.

Der angebliche Großinvestor aus Hamburg hatte monatelang unter teils strengster Geheimhaltung mit dem Land Sachsen-Anhalt und der Stadt Gardelegen über eine Großinvestition auf dem ehemaligen Swedwood-Gelände in Gardelegen verhandelt, wollte Millionensummen an Fördergeld haben. Im Dezember 2010 erfolgte mit viel Brimborium die Einweihung des Standortes. Benken höchstselbst versprach damals großspurig 150 dauerhaft gesicherte Arbeitsplätze. Doch zwei Monate vorher war eben dieser Andreas Benken in Hamburg wegen Subventionsbetrugs verurteilt worden. Er hatte nach Auffassung des Gerichts ein gefälschtes notarielles Schreiben über eine angebliche Millionenerbschaft vorgelegt, um Fördergeld abzuschöpfen.

All dies habe das Land, so Haseloff, der damals noch Wirtschaftsminister war, nicht gewusst. Und er sieht das Land auch in keiner Schuld. In seiner Zeit als Minister habe er etwa 1500 Fördermittelbescheide unterschrieben. Der Flop mit Benken sei „ein einmaliger Fall“ gewesen. Haseloff verteidigte die Vorgehensweise des Landes, das letzlich kein Fördergeld an Benken zahlte. „Wenn wir in jedem Investor sofort einen potenziellen Verbrecher sähen, kämen wir wirtschaftlich nie voran.“ Nun werde sich wohl, so der Ministerpräsident, ein Gutachter damit beschäftigen, ob Andreas Benken überhaupt schuldfähig sei. Das Land habe nach dem Benken-Fall die Förderkriterien nun nochmals „nachjustiert“.

Von Stefan Schmidt

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