Um Senioren lange Wege zu ersparen

Verwaltung auf Hausbesuch: Bevensen-Ebstorf denkt über mobiles Bürgerbüro nach

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In einigen ländlichen Gemeinden ist der Bürgerkoffer bereits Realität. Er ist mit Laptop, Drucker, Scanner, Kamera und sogar einem Fingerabdrucksensor ausgestattet.

Bevensen-Ebstorf. Mobile Eisdielen oder Bäcker sind nicht ungewöhnlich. Ein mobiles Verwaltungsbüro aber schon. Was sich in anderen ländlichen Gemeinden bereits als praktisch erweist, könnte auch in der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf Realität werden.

Der stellvertretende Samtgemeindebürgermeister Eckhard Warnecke (CDU) warf auf dem Rechnungstag in Weste-Bahnhof die Idee in die Runde.

„Wir möchten die Erreichbarkeit der Bürger verbessern und ihre Mobilität erhalten“, erklärt Warnecke. Zwar gibt es im Samtgemeindegebiet bereits drei Bürgerbüros in Bad Bevensen, Ebstorf und Wriedel. Doch vor allem die Bewohner der kleineren Orte müssen längere Wege auf sich nehmen, um Pässe oder Ausweise zu beantragen, Anträge abzuholen, ihren Hund anzumelden oder sich Bescheinigungen ausstellen zu lassen.

„Das ist vor allem für ältere Bürger oft nicht so einfach“, erklärt Warnecke. Laut dem stellvertretenden Samtgemeindebürgermeister gibt es beispielsweise im Bereich der Gemeinde Himbergen Bedarf an Verwaltungsleistungen.

Doch nicht nur dort – der sogenannte Bürgerkoffer könnte überall zum Einsatz kommen, wo er gerade gebraucht wird. Bedarf gibt es vielerorts, weil immer mehr Gemeinden zusammengelegt werden und die Amtswege für die Bürger länger werden. Hinzu kommen der demografische Wandel und die steigende Zahl an Senioren.

Für die will die Bundesdruckerei mehr mobile Angebote schaffen und bietet den Bürgerkoffer bereits seit einigen Jahren an. Er ist rund 15 Kilogramm schwer und beinhaltet alles, was für den Verwaltungsalltag benötigt wird: Laptop, Drucker, Scanner, eine Kamera und sogar einen Fingerabdrucksensor. Die Mitarbeiter der Verwaltung könnten praktisch direkt zu den Bürgern nach Hause kommen.

Samtgemeindebürgermeister Hans-Jürgen Kammer (SPD) relativiert: „Die Umsetzung eines mobilen Verwaltungsbüros ist bisher lediglich ein Gedankenspiel.“ Aufgrund der Samtgemeindefläche von fast 480 Quadratkilometern und knapp 26 500 Einwohnern lohne es sich aber, die Idee genauer zu prüfen, ergänzt er.

Eine Hürde, die für den Bürgerkoffer genommen werden müsste, ist die Internetverbindung, die gerade in den abgelegenen Orten verbessert werden müsste. Der Bürgerkoffer benötigt eine stabile mobile Netzwerkverbindung über LTE oder UMTS. „Ohne eine flächendeckende Internetverbindung ist das mobile Verwaltungsbüro nicht einsatzbereit, und wir könnten den Menschen vor Ort nicht die gleichen Leistungen anbieten wie in unseren Bürgerbüros“, gibt Kammer zu bedenken.

Das sieht auch Eckhard Warnecke so: „Das Preis-Leistungs-Verhältnis für den Bürger muss stimmen“, sagt er. Laut Warnecke muss am Ende alles zusammenpassen, damit der Bürgerkoffer auch in der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf zukünftig Anwendung finden könnte.

Von Alina Pleuß und Sandra Hackenberg

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