Landwirte setzen auf Folienabdeckungen zum Schutz des weißen Stangengemüses

Den Spargel fröstelt"s

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Dem Spargel ist das Wetter aktuell zu kalt. Mit Folienabdeckungen versucht man, die fehlende Wärme zu ersetzen.

Landkreis Gifhorn. Es sieht momentan nicht rosig für den Spargel aus. Das berichtet Klaus-Dieter Böse, Geschäftsführer des Kreisverbandes Landvolk Gifhorn, im Gespräch mit dem IK. Die frostigen Temperaturen setzen den 20 Hektar weißem Stangengemüse im Landkreis hart zu.

Doch beinahe im ganzen Landkreis Gifhorn wird versucht, den Wetterverhältnissen entgegenzuwirken.

Die Rede ist von so genannten Folienabdeckungen. Diese Planen werden über die Spargelfelder gezogen, um das Gemüse vor der Kälte zu schützen. Wenn die weiße Seite der Plane nach oben liegt, schützt das den darunterliegenden Spargel vor zu viel Wärme. Ist es zu kalt, wie im Moment, wird die schwarze Seite nach oben gelegt, um das Beet darunter zu wärmen. Dadurch könne man laut Böse den Spargelwuchs gut beeinflussen.

„Im Moment gibt es fast niemanden, der ohne diese Folie arbeitet“, erzählt Böse. Aber rentiert sich diese Investition? „Man kann früher ernten und demnach auch früher verkaufen. Wenn es sich nicht rentieren würde, würde es keiner machen.“ Grob geschätzt seien es zwischen 70 und 80 Prozent der Landwirte im Landkreis, die diese Folienabdeckung nutzen.

Und was einige Naturschützer auf den Plan ruft, kann Böse entschärfen: „Es gibt hauptsächlich wiederverwertbare Folien.“ Diese werden am Ende zusammengerollt und im nächsten Jahr wieder verwendet. Es gäbe zwar auch Folien, die nur einmal gebraucht werden können, diese werden jedoch nur vereinzelt genutzt. „Außerdem müssen diese Folien ordnungsgemäß in einer Sammelstelle entsorgt werden. Das wird kontrolliert.“

Doch auch mit der Folienabdeckung nagt die Kälte am Spargel. Wenn es nachts friert, helfe die Folie auch nicht mehr, so Böse. Sie diene ja dazu, die Sonnenwärme besser auszunutzen und an die Beete weiterzugeben. „Wenn es nachts friert, kühlt der Spargel genauso aus, ob Folie oder nicht. Sie kann ja keine Wärme über Nacht speichern.“

Das merkt man laut Landwirt Oliver Brink auch am Ertrag. Denn durch die Nachtfröste sei dieser sehr gedämpft. „Wir haben im Moment nicht genügend Spargel für die wachsende Nachfrage. Der Spargel ist da, aber bei den Temperaturen wächst er nicht.“ Das weiße Stangengemüse benötigt laut Brink eine Mindesttemperatur von 12 Grad. „Die Folienabdeckung ist daher unbedingt notwendig. Ohne sie würde hier gar nichts mehr gehen.“ Außerdem sei sie recycelbar und ändere nichts am Geschmack. „Ansonsten sind unsere Anlagen alle sehr ertragreich und versprechen eine gute Ernte. Jetzt müsste nur noch die Natur mitspielen“, erklärt Brink.

Von Alina Pleuß

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