Wartelisten im Kreis Gifhorn: Mehr zu Betreuende, weniger Personal

Schon 6700 Pflegebedürftige

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Pflegekräfte sind längst Mangelware in Deutschland.

Landkreis Gifhorn. Für Viele ein Schreckensszenario: Durch körperliche oder geistige Einschränkungen plötzlich auf Pflege angewiesen zu sein. Sowohl für die Betroffenen als auch für die Angehörigen eine schwierige Situation.

Nach neusten Zahlen des Statistischen Landesamtes leben knapp 6700 Pflegebedürftige im Landkreis Gifhorn. Zum Vergleich: Im Nachbar-Landkreis Uelzen liegt die Zahl bei nur 4317 Leistungsempfängern.

Alleine 1131 Pflegebedürftige in der Region betreut etwa die Ambulante Krankenpflege Bettina Harms, sie gehört damit zu einem der großen Anbieter. „Einen Anstieg der zu behandelnden Pflegebedürftigen gibt es auf jeden Fall“, schildert Mitarbeiterin Petra Panne-Schulz. „In allen ambulanten Bereichen kommt man hinter den Anfragen nicht mehr hinterher. Auch bei uns existiert mittlerweile eine Warteliste.“ Ein Grund sei der stetige Mangel an Pflegekräften.

Ein weiterer ist laut Bundesministerium für Gesundheit der Demografische Wandel – die Zahl der alten Menschen wächst überproportional. „Da Menschen mit steigendem Alter vermehrt pflegebedürftig sind, wächst auch die Anzahl der pflegebedürftigen Personen. Zwischen 1999 und 2013 ist sie von 2 auf 2,7 Millionen gestiegen“, heißt es auf der Homepage des Ministeriums.

Zwei Beispiele von Lösungsansätzen des Ministeriums: Zum einen wurde zum 1. Januar diesen Jahres der Pflege-Mindestlohn erhöht, um den Beruf attraktiver zu gestalten. Außerdem soll durch Bürokratieabbau mehr Zeit für die Pflege geschaffen werden. Heißt: Die Pflegedokumentation werde schlanker, wodurch weniger von der eigentlichen Pflegezeit verschenkt werde.

Von Alina Pleuß

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