Geschäftsführer des Landvolks Gifhorn: „Das ist eine furchtbare Situation“

Missernten im Kreis Gifhorn möglich

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Geknicktes Getreide bei Wettendorf: Die Ernte ist in einigen Teilen des Landkreises Gifhorn durch die starken Regenfälle und Hochwasser gefährdet, es drohen Qualitätsverluste und Ausfälle.

Landkreis Gifhorn. Regenschauer und wechselhaftes Wetter haben besonders in den letzten Tagen und Wochen die Wetterlage im Landkreis Gifhorn geprägt. Für Landwirte, die bei ihrer Ernte vom Wetter abhängig sind, ist das eine kritische Situation (das IK berichtete).

Steht dem Landkreis Gifhorn nach dem jüngsten Dauerregen eine Missernte bevor? Wie Klaus-Dieter Böse vom Landvolk Gifhorn berichtet, ist im Landkreis bislang keine Getreide- oder Kartoffelernte möglich. „Die Lage hat sich definitiv verschlechtert. Wir haben zurzeit eine Hochwasser-Situation. “ 100 Millimeter pro Quadratmeter seien innerhalb von drei Tagen heruntergekommen. Getreide und Kartoffeln stünden nun im Wasser. „Das ganze Wasser muss vom Boden erstmal verarbeitet werden, der ist derzeit wassergesättigt. “ Geerntet werden könne erst, wenn die Böden wieder mit landwirtschaftlichem Gerät befahrbar sind. Und wann das soweit ist, könne man noch nicht sagen. „Das ist eine furchtbare Situation“, sagt Böse. „Es müsste eigentlich jetzt geerntet werden, aber das ist nicht möglich. “ Das Getreide nimmt das Wasser aus dem Boden auf, wird dadurch schwerer und knickt um. Ernten lässt es sich trotzdem, doch die Gefahr von Pilzbefall steigt. Bei den Kartoffeln ist es laut Böse noch dramatischer: „Da die Kartoffeln teilweise im Wasser stehen, fangen sie irgendwann an zu faulen. Das ist eine bedrohliche Situation, wenn sich die Wetterlage nicht ändert. “ Ob Missernten oder Ernteausfälle bevorstehen, müsse in den nächsten Wochen beobachtet werden. „Wenn sich die jetzige Situation nicht grundlegend ändert, dann ist das jedoch auf einigen Flächen möglich“, meint Böse. Möglicherweise könnte sich die Situation in einigen Gebieten des Landkreises zusätzlich verschlimmern, denn das Hochwasser aus dem Süden könnte die Region laut Böse erst noch erreichen. „Das ist eine missliche Lage. Die Landwirte aus dem Kreis warten darauf, den nächsten Schritt machen zu können.“

Von Alina Pleuß 

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