Auch die Polizeiinspektion Gifhorn kümmert sich intensiv um Internetkriminalität

Gegen virtuelle Gefahren

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Bei der Polizeiinspektion Gifhorn ermittelt ein Fachkommissariat in Sachen Internetkriminalität.

Landkreis Gifhorn. Mehrere Männer vergewaltigen in Schweden eine wehrlose Frau. Damit nicht genug: Sie filmen ihre Tat als Live-Stream auf Facebook, sodass Benutzer des sozialen Netzwerkes ihre Tat live verfolgen können.

Sowohl im echten Leben als auch im Internet und den sozialen Netzwerken kann das Aufkommen von Straftaten nicht verhindert werden. Im echten Leben wahrt die Polizei als Gesetzeshüter Recht und Ordnung. Was die wenigsten ahnen: Genauso sieht es auch im Internet aus.

„Wir besitzen hier in der Polizeiinspektion Gifhorn ein spezielles Fachkommissariat, das sich mit Betrugsdelikten und Wirtschaftskriminalität beschäftigt. Dazu gehört auch Internetkriminalität“, erklärt Thomas Reuter, Polizeisprecher in Gifhorn. Diese ausgewiesenen Spezialisten beschäftigen sich unter anderem damit, „die sozialen Netzwerke zu durchforsten“. Dabei läge der Schwerpunkt häufig bei Internetauktions-Plattformen und Warenbetrügereien. „Es gibt eine Verlagerung von den allseits bekannten Ladendiebstählen hin zu virtuellem Betrug.“ Dies gelte, wenn die Ware gar nicht oder nur die Verpackung ausgehändigt wird. Oder auch, wenn der Käufer die Ware nicht bezahlt.

Besonders in den sozialen Netzwerken werden laut Reuter politische Aufrufe zu illegalen Konzerten oder Flashmobs beobachtet. „In unserem Hause beschäftigen sich Leute damit, die affin zu dem Thema Internet sind. Die Personen bringen das von selbst mit, sie sind fit in der täglichen Anwendung von sozialen Netzwerken.“ Außerdem finden diesbezüglich innerbetriebliche Fortbildungen statt.

Die Polizei hat es in Sachen Internetkriminalität oft mit Delikten wie Stalking oder Betrug zu tun. Außerdem werden sie oft von Opfern kontaktiert, die Cyber-Mobbing melden. „In allen Fällen müssen wir zunächst einmal schauen, wie das strafrechtlich zu bewerten ist. Liegt dort eine Straftat vor? Wenn nicht, geben wir dennoch Verhaltenstipps, wie man mit der Situation im Netz umgehen kann“, erklärt Reuter.

Doch wie genau kann man sich die Präsenz der Polizei in sozialen Netzwerken vorstellen? „Soviel kann ich sagen: So wie es uniformierte Polizeistreifen und gleichzeitig Zivilstreifen gibt, wird es auch in anderen Bereichen so gehandhabt.“ Man müsse laut Reuter mit der Zeit gehen und sich mit dem Neuen befassen.

Von Alina Pleuß

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