Exportwirtschaft schöpft wieder Hoffnung

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Noch keine Trendwende, aber ein gutes Zeichen: Nach einem Umsatzplus im März schöpft die deutsche Exportwirtschaft wieder Hoffnung.

Wiesbaden/Berlin - Deutschlands Exportwirtschaft schöpft nach dem ersten Umsatzplus seit einem halben Jahr wieder Hoffnung.

Im März legten die Ausfuhren erstmals seit September wieder zu: Die Unternehmen verkauften kalender- und saisonbereinigt 0,7 Prozent mehr ins Ausland als im Februar 2009, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte.

Nach Einschätzung des Branchenverbandes BGA könnte “im Außenhandel eine Talsohle erreicht“ sein. Es sei jedoch zu früh, von einer Trendwende zu sprechen, erklärte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton F. Börner, laut Mitteilung in Berlin.

“Nach einem verheerenden ersten Quartal bleibt die Situation auf den Auslandsmärkten flächendeckend angespannt.“ Dass der Exportweltmeister Deutschland nach wie vor unter der weltweiten Wirtschaftskrise leidet, verdeutlicht der Vergleich mit dem Vorjahresergebnis: Ausgeführt wurden im März Waren im Gesamtwert von 70,3 Milliarden Euro und damit 15,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Der Rückgang fiel jedoch niedriger aus als im Januar und Februar, als die Exporte zum Vorjahresmonat um jeweils gut 23 Prozent eingebrochen waren - das waren die drastischsten Rückgänge seit Beginn der Statistik im Jahr 1950. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres setzten die Unternehmen mit 199,3 Milliarden Euro 20,9 Prozent weniger im Ausland ab als ein Jahr zuvor.

Obwohl die Talfahrt im März gebremst wurde, erwarten die Volkswirte der Commerzbank eine wirkliche Erholung der Ausfuhren frühestens im zweiten Halbjahr 2009. Auch BGA-Präsident Börner äußerte sich vorsichtig: “Abzuwarten bleibt, ob sich der leichte Anstieg bei den Auftragseingängen verstetigt.“

Eine ähnliche Entwicklung wie die Exporte zeigten auch die Einfuhren: Hier fiel der Rückgang im März im Jahresvergleich mit 11,6 Prozent auf 59 Milliarden Euro nicht mehr so stark aus wie im Februar (minus 16,9 Prozent). Im Vergleich zum Vormonat gab es auch hierbei mit einem Plus von 0,8 Prozent den ersten Anstieg seit September 2008. Im ersten Quartal wurden 14,1 Prozent weniger Waren importiert, ihr Gesamtwert: 172,4 Milliarden Euro. Die Außenhandelsbilanz - der Saldo von Importen und Exporten - wies im März einen Überschuss von 11,3 Milliarden Euro aus und damit 2,7 Milliarden Euro mehr als im Februar.

Auf Jahressicht ging der Überschuss indes kräftig zurück: Im März 2008 hatte er noch 16,8 Milliarden Euro betragen. Wichtigste Handelspartner Deutschlands sind nach wie vor die Staaten der Europäischen Union. Im März exportierten heimische Unternehmen dorthin Waren im Wert von 44,9 Milliarden Euro. Eingeführt wurden aus EU-Staaten Waren für 38,7 Milliarden Euro.

dpa

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