Wachstum im deutschen Maschinenbau verlangsamt sich

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Ein Mechaniker überprüft in Oberhausen beim Turbinenhersteller MAN-Turbo die Schaufeln einer Turbine. Die Aufholjagd im deutschen Maschinenbau verliert an Dynamik.

Frankfurt/Main - Der Auftragseingang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau ist im September weiter gewachsen, allerdings blieb das Wachstumstempo deutlich unter dem im Vormonat verzeichneten Niveau.

Wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilte, lagen die Auftragseingänge real um 28 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im August hatte der Zuwachs auf Jahressicht noch 45 Prozent betragen. Das Inlandsgeschäft stieg im September binnen Jahresfrist um 33 Prozent (August: plus 30 Prozent), bei der Auslandsnachfrage nahm das Plus auf 26 Prozent (plus 55 Prozent) ab. Im Dreimonatszeitraum Juli bis September ergab sich ein Zuwachs von 40 Prozent (Juni bis August: plus 52 Prozent) im Vorjahresvergleich, bei den Inlandsaufträgen ein Plus von 34 Prozent (plus 45 Prozent) und bei den Auslandsaufträgen ein Plus von 43 Prozent (plus 56 Prozent).

“Die Orderentwicklung im September bestätigt den bereits im August aufgekommenen Eindruck einer Wachstumsverlangsamung“, kommentierte VDMA-Präsident Thomas Lindner die Zahlen. Nachholeffekte, die wesentlichen Anteil an den extremen Zuwächsen des ersten Halbjahres hatten, verleihen Lindner zufolge derzeit kaum noch zusätzliche Impulse. “Die Investoren schalten offenbar auf Normalmodus“, sagte er.

Gleichzeitig warnte der VDMA vor den Folgen eines anhaltend hohen Euro-Wechselkurses. “Sicher können wir Währungsschwankungen in Grenzen kurzzeitig abfangen. Aber eines muss klar sein: Ein dauerhaft starker Euro schwächt unsere preisliche Wettbewerbsfähigkeit“, sagte Lindner. Er verwies darauf, dass deutsche Unternehmen auch in den Euro-Ländern und selbst in Deutschland auf Wettbewerber aus anderen Währungsgebieten, insbesondere aus den USA, Japan und China, träfen. Gravierend veränderte Wettbewerbsbedingungen zögen aber zwangsläufig gravierende Veränderungen der Exportstrategien und Standortentscheidungen nach sich. “Insofern kann es uns nicht gleichgültig sein, wenn durch handelspolitisch motivierte Aktionen die Wechselkurse wichtiger Kunden- und Wettbewerbsländer manipuliert werden oder gar ein Währungskrieg ausgerufen wird“, sagte Lindner und warnte: “Wer das tut, spielt mit dem Feuer.“

dapd

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