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Handwerkerschaft fordert Sanktionen-Ende von Scholz: „Wollen Sie wirklich Ihr Land opfern?“

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Von: Moritz Serif

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Habeck, Scholz, Lindner
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, Kanzler Olaf Scholz und Bundesfinanzminister Christian Lindner (v.l.n.r.). © Kay Nietfeld/dpa/picture alliance

Wolfgang Kubicki spricht sich dafür aus, Nord Stream 2 in Betrieb zu nehmen. Eine Handwerkerschaft fürchtet Deutschlands finanziellen Ruin.

Berlin – FDP-Vize Wolfgang Kubicki spricht sich für die Öffnung der Ostseepipeline Nord Stream 2 aus. Ziel sei, die Gasversorgung zu verbessern. „Wir sollten Nord Stream 2 jetzt schleunigst öffnen, um unsere Gasspeicher für den Winter zu füllen“, sagte Kubicki dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Es gebe „keinen vernünftigen Grund, Nord Stream 2 nicht zu öffnen“.

„Kommt auf diesem Weg mehr Gas bei uns an, vielleicht sogar die komplette vertraglich zugesicherte Menge, wird das helfen, dass Menschen im Winter nicht frieren müssen und unsere Industrie nicht schweren Schaden nimmt“, betonte Kubicki. Dafür zu sorgen, sei oberste Pflicht der Bundesregierung. Genau aus diesem Grund seien andere Pipelines aus Russland ja nicht gekappt worden.

Handwerkerschaft fordert Sanktionen-Ende gegen Russland von Scholz

Kubicki ist mit seinen Forderungen nicht alleine. Auch die Kreishandwerkerschaft Halle-Saalekreis fordert Olaf Scholz (SPD) zum Handeln auf. Mit den Sanktionen gegen Russland müsse Schluss sein. „Wir als Handwerker wissen aus vielen Gesprächen mit unseren Kunden, dass die breite Mehrheit nicht gewillt ist, für die Ukraine ihren schwer erarbeiteten Lebensstandard zu opfern. Es ist auch nicht unser Krieg!“, heißt es, und: „Wollen Sie der Kanzler sein, der Deutschland in den Ruin getrieben hat. Wollen Sie wirklich Ihr Land opfern?“

Die Kreishandwerkschaft kritisierte den Angriff Russlands auf die Ukraine als ein schweres Verbrechen und „einen klaren Verstoß gegen Artikel 2 der UN-Charta“. Allerdings mache man sich „Sorgen um die Zukunft unserer Kinder und Enkel, Sorgen um den Fortbestand unserer Betriebe, Sorgen um unser Land“.

Russland-Sanktionen: „Dafür wollen Sie Deutschland aufs Spiel setzen?“

Zudem könne bei der Ukraine nicht von einem lupenreinen demokratischen Staat die Rede sein. Dabei berufen sich die Handwerker auf eine Veröffentlichung von Transparency International, in der das Land im Jahr 2021 bei der Korruption Platz 122 belegte - kein anderes europäisches Land schneide schlechter ab. „Und dafür wollen Sie Deutschland aufs Spiel setzen?“, kritisieren die 16 Unterzeichner aus allen Innungen. Wenn die Preise weiterhin steigen, könne der „Otto Normalverdiener“ seinen Lebensunterhalt bald nicht mehr bezahlen. (mse/dpa)

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