Jahresbilanz 2020

Trotz Corona und Schweinepest: Tönnies zieht positive Bilanz - und nimmt Veganer ins Visier

Clemens Tönnies und sein Maximilian Tönnies stehen vor der Tönnies-Konzernzentrale in Rheda-Wiedenbrück in NRW und lächeln in die Kamera, im Hintergrund ist auf dem Gebäudedach das Firmenlogo zu sehen.
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Clemens Tönnies und sein Maximilian Tönnies stehen vor der Tönnies-Konzernzentrale in Rheda-Wiedenbrück in NRW

Nicht nur der Corona-Massenausbruch im eigenen Werk schlägt sich in der Jahresbilanz des Schweinefleisch-Anbieters nieder. Tönnies richtet den Blick nun ganz woanders hin.

Rheda-Wiedenbrück - „Das Corona-Jahr 2020 war für unser Unternehmen und die Beschäftigten die größte Herausforderung der Unternehmensgeschichte“ - so die Bilanz des Tönnies-Konzerns. Die Pandemie-Krise und die Afrikanische Schweinepest haben Spuren beim größten deutschen Schlacht- und Fleischkonzern hinterlassen.

Der Jahresumsatz sank um 3 Prozent auf gut 7 Milliarden Euro, teilte das Familienunternehmen an diesem Donnerstag (1. April) mit. Gründe dafür sind laut Tönnies:

  • Der Corona*-Ausbruch im Tönnies-Werk in Rheda-Wiedenbrück führte zu einer vierwöchigen Schließung der Anlage.
  • Der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland zog ein Ausfuhrverbot in Drittländer nach sich.
  • Der Lockdown* in der Gastronomie machte sich ebenfalls bemerkbar.

Corona-Bilanz von Tönnies: Weniger Fleischverarbeitung in Deutschland - dafür im Ausland

Dennoch fiel die Bilanz von Clemens Tönnies überwiegend positiv aus. „Unser Unternehmen besteht aus weltweit 29 Produktionsstandorten, wovon 28 ein ordentliches Jahr hatten“, sagte er. Insgesamt verarbeitete Tönnies an seinen Standorten in Deutschland* 16,3 Millionen Schweine, zwei Prozent weniger als im Vorjahr.

In Dänemark*, Spanien*, Großbritannien und Polen stieg die Zahl der verarbeiteten Tiere dagegen um 17 Prozent auf 4,5 Millionen. Das Unternehmen setze seine internationale Wachstumsstrategie konsequent fort, betonte der Unternehmer.

Tönnies setzt auf Bio und vegane Fleischersatzprodukte: „Verbrauchernachfrage wächst“

Gute Wachstumschancen sieht das Familienunternehmen aktuell im Biomarkt. Aber auch bei der Produktion von vegetarischen und veganen Fleischersatzprodukten hat die Firma mit Marken wie „es schmeckt“, „Vevia“ oder „Gutfried veggie“ längst Fuß gefasst. „Wir haben im vergangenen Jahr an unserem Stammsitz in Böklund ein eigenes Werk für vegetarische und vegane Produkte errichtet“, berichtete der Geschäftsführer der zu Tönnies gehörenden zur Mühlen Gruppe, Maximilian Tönnies.

„Diese Kapazität bauen wir nun weiter aus und verdoppeln die Produktionsfläche, da die Verbrauchernachfrage und das Vertrauen in die Produkte nachhaltig wachsen“, sagte er. Das Unternehmen sehe die Herstellung vegetarischer und veganer Lebensmittel nicht als Konkurrenz zu den klassischen Fleischprodukten, sondern als eigenständiges Marktsegment und hervorragende Ergänzung des Produktportfolios. (dpa/frs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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