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Sparkassen-Kunde wird Opfer von Betrug - und fühlt sich von Bank hintergangen: „Unverschämtheit“

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Von: Lisa Mayerhofer

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Sparkassen-Filiale: Die Sparkasse und die Polizei warnen vor einer häufigen Betrugsmasche über den Messenger WhatsApp. (Symbolbild)
Die Sparkasse und die Polizei warnen vor einer häufigen Betrugsmasche über den Messenger WhatsApp. (Symbolbild) © Michael Gstettenbauer/imago

Ein Rentner wurde per WhatsApp über mehrere tausend Euro betrogen. Von seiner Sparkasse fühlt er sich bei seinen Bemühungen um eine Rückzahlung alleingelassen.

Mülheim - Die Sparkasse* und die Polizei warnen vor einer häufigen Betrugsmasche über den Messenger WhatsApp. Denn wer einmal den Betrügern Geld überwiesen hat, dem kann die Bank oft auch nicht mehr helfen, es wiederzubekommen. Das musste nun ein Rentner aus Mülheim in Nordrhein-Westfalen erfahren, der Opfer von Dieben via WhatsApp wurde.

Sparkassen-Kunde wird Opfer von WhatsApp-Betrug

Bei dieser Betrugsmasche schreiben die Betrüger ahnungslosen Sparkassen-Kunden Nachrichten über WhatsApp und geben sich als deren Kinder oder Enkel aus. Sie behaupten, eine neue Telefonnummer zu haben, da das alte Smartphone defekt ist oder verloren wurde. Dann fordern sie ihr Opfer dazu auf, eine Rechnung über mehrere Tausend Euro zu bezahlen, da sie aufgrund des neuen Smartphones angeblich nicht auf das Online-Banking zugreifen können und unbedingt Geld überweisen müssen.

So war es auch bei dem Rentner aus Mülheim. Betrüger, die sich als seine Tochter ausgaben, forderten ihn per WhatsApp auf, sofort Geld zu überweisen. „Die Betrüger haben Druck aufgebaut“, sagte er gegenüber WAZ.de. Der Mann tätigte per Online-Banking Echtzeitüberweisungen von 1200 beziehungsweise 1000 Euro an die Sparkasse Düsseldorf und eine Bank in Köln. Noch in derselben Nacht fiel ihm und seiner Frau allerdings auf, dass sie Dieben auf den Leim gegangen waren und erstatten Anzeige bei der Polizei. Dort hätte man ihnen gesagt, sie würden das Geld zurückbekommen, wenn sie sich schnell genug darum bemühen würden.

„Unverschämtheit“: Rentner fühlt sich von Sparkasse alleingelassen

Das Seniorenpaar beantragte deshalb laut WAZ.de gleich am nächsten Tag Rücküberweisungen bei der Sparkasse Mülheim. Doch ohne Erfolg: Der Zahlungsempfänger antworte nicht, der Rückruf habe nicht funktioniert, teilte das Kreditinstitut dem Rentner mit. Und schrieb dazu: „Für diese Benachrichtigung berechnen wir Ihnen 2,50 Euro.“ Da zwei Anträge gestellt wurden, wird die Gebühr sogar zweimal fällig. „Das ist eine Unverschämtheit“, sagte der Kunde gegenüber der Zeitung. Er fühle sich nach dem Betrug als Betroffener alleingelassen.

Frank Hötzel, Sprecher der Sparkasse Mülheim, sieht laut WAZ.de aber „ganz klar kein Versäumnis durch uns“. Die Überweisung des Seniorenpaars sei selbstständig mit korrekter PIN erfolgt. Wenn das Geld per Online-Banking überwiesen wurde, könne die Sparkasse nicht mehr viel ausrichten.  „Hier können wir noch weniger machen, als wenn die Kunden vor Ort Bargeld abheben“, sagte Hötzel. „Dann findet wenigstens noch das Gespräch mit dem Kassierer statt, der oftmals warnt und den Enkeltrick verhindert.“ *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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