Spanien: Bank braucht Milliarden

Madrid - Das spanische Finanzinstitut Bankia hat die Regierung in Madrid am Freitag um zusätzliche 19 Milliarden Euro gebeten.

Die Rettung der verstaatlichen Bank wird damit noch wesentlich teurer als erwartet. Die Ratingagentur Standard & Poor's reagierte prompt und gab am Abend eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit des Unternehmens sowie vier weiterer spanischer Banken bekannt. Die Finanzmarktaufsicht CNMV hatte zuvor bereits den Handel mit Bankia-Aktien gestoppt.

Erst in der vorigen Woche hatte die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit von 16 spanischen Banken um bis zu drei Stufen gesenkt. Von den Neubewertungen durch Standard & Poor's am Freitag waren neben Bankia unter anderen die Banco Popular Espanol und Bankinter betroffen. Die beiden größten Institute des Landes, die Banco Santander und die Banco Bilbao Vizcaya Argentaria, waren diesmal nicht dabei.

Die spanische Finanzmarktaufsicht CNMV hatte die Aussetzung des Handels mit Bankia-Aktien damit begründet, dass auf einem anstehenden Treffen des Unternehmensvorstands zunächst geklärt werden müsse, wie viel Staatshilfe das angeschlagene Institut benötige. Ein normaler Aktienhandel sei wegen der besonderen Umstände nicht gewährleistet.

Die Wertpapiere der Bank sind seit ihrer Verstaatlichung zu Beginn des Monats abgerutscht. Der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos sagte bereits am Mittwoch, die Regierung werde Bankia mindestens neun Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Um das Vertrauen internationaler Investoren zurückzugewinnen, bemüht sich die Regierung intensiv um die Stabilisierung der ins Schlingern geratenen Banken des Landes. Mit dem Platzen der Immobilienblase waren viele von ihnen in Probleme geraten - am stärksten Bankia.

dapd

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