Schuldenkrise in Dubai: Palme lässt die Blätter hängen

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Dubais Wahrzeichen: Die künstlichen Inseln in Form einer Palme

München - Das Emirat Dubai ist in Rekordzeit von einem verschlafenen Nest zur feinsten arabischen Adresse für Immobilien- und Finanzgeschäfte aufgestiegen. Doch jetzt ist die Party vorbei.

Mit spektakulären Projekten und einem brillanten Marketing war das Emirat Dubai in Rekordzeit von einem verschlafenen Nest zur feinsten arabischen Adresse für Immobilien- und Finanzgeschäfte aufgestiegen. Die künstlichen Inseln in Form einer Palme und der höchste Hochhausturm der Welt lenkten die Aufmerksamkeit der Investoren und die Missgunst arabischer Nachbarn auf das kleine Reich von Scheich Mohammed bin Raschid al-Maktum. Doch jetzt ist die Party vorbei.

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In den ersten Monaten nach Beginn der Finanzkrise hatte sich die Führung des Landes noch bemüht, keine schlechten Nachrichten an die Öffentlichkeit dringen zu lassen. Jetzt gesteht sie mit einem Appell an die Gläubiger erstmals ein, dass den Staatsunternehmen das Wasser schon bis zum Hals steht. Die Kreditgeber des Firmen-Konglomerats Dubai World sollen einem siebenmonatigen Moratorium für die Rückzahlung der Schulden zustimmen. Gleichzeitig besorgt sich Dubai zum zweiten Mal in diesem Jahr frisches Geld von den reicheren Brüdern im Nachbaremirat Abu Dhabi. Die Ratingagenturen reagierten prompt und stuften mehrere Staatsunternehmen in Dubai herab.

Abu Dhabi, das wegen seiner großen Ölreserven weniger auf Einnahmen aus anderen Wirtschaftszweigen angewiesen ist als Dubai, fällt nun inoffiziell die Rolle des Bürgen für Dubai zu. Denn obwohl die beiden benachbarten Emirate schon vor Jahren einen sportlichen Wettstreit um das schönste Luxushotel, die beste Fluggesellschaft und die exklusivsten Gäste begonnen haben, glaubt niemand, dass Scheich Chalifa bin Said al-Nahjan, der Herrscher von Abu Dhabi und Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Dubai in den Staatsbankrott schlittern lassen würde.

Einige Experten befürchten allerdings, dass sich die Wirtschaft in Dubai nicht so schnell erholen wird wie die lokalen Auguren voraussagen. Sie glauben, dass die Abwärtsspirale zunächst nicht zu stoppen sein wird, wenn Berichte über Schulden und abgesagte Bauprojekte das Jet-Set-Image der arabischen Metropole erst einmal nachhaltig beschädigt haben. Diese Angst treibt auch die Verantwortlichen in Dubai um. In der Konzernzentrale von Dubai World hieß es deshalb nur: “Kein Kommentar.“ Die Tochterfirma Nakheel, die ihre Luxusimmobilien in Zeiten der Finanzkrise nur mit großen Abschlägen verkaufen kann, versucht derweil im direkten Gespräch mit ihren Geschäftspartnern Vertrauen zurückzugewinnen.

Die Schuldenkrise des Staatskonzerns aus Dubai, zu dem auch die global operierende Investmentfirma Istithmar World gehört, ist auf jeden Fall Wasser auf die Mühlen der Mahner, die seit Jahren vor der wachsenden Macht der arabischen Staatsfonds (“Sovereign Wealth Funds“) warnen. Vor allem die mangelnde Transparenz dieser staatlichen Investitionsfonds und der mit ihnen verwandten Staatsunternehmen bietet ihrer Ansicht nach Anlass zur Sorge.

dpa

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