Ruhestand

Boom bei Rente mit 63: Wie es geht, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen

Senioren auf einer Parkbank
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Senioren auf einer Parkbank. Die abschlagsfreie Rente mit 63 wird immer beliebter.

Immer mehr Beitragszahler machen Anspruch von ihrer Rente mit 63. 2020 war ein neues Rekordjahr mit 260.932 Anträgen. Hier erfahren Sie das Wichtigste rund um die Rente mit 63.

  • Mehr als die Hälfte der gesetzlich Rentenversicherten geht vorzeitig in Ruhestand.
  • Wer 45 Jahre lang in die Rentenversicherung gezahlt hat, kann seit dem 1. Juli 2014 die Rente ab 63 beantragen.
  • Wer nach weniger als 45 Jahren die Rente mit 63 beantragt, muss Abschläge hinnehmen.

München - Früh in Rente gehen und dabei noch gut über die Runden kommen, davon träumen viele. Die Rente mit 63 wird dabei von Jahr zu Jahr beliebter. 2020 sind immerhin 260 932 Anträge für den abschlagsfreien Ruhestand eingegangen. Zurzeit beziehen 1,6 Millionen Senioren in Deutschland die Rente mit 63.

Rente mit 63 wird immer beliebter bei den Deutschen

Wer mehrere Jahrzehnte in die Rentenversicherung eingezahlt hat, kann von seinem Recht auf Rente mit 63 Gebrauch machen. Die Beitragszahler müssen allerdings 35 oder sogar 45 Jahre eingezahlt haben, um früher in den Ruhestand zu gehen. Rentenversicherte der Jahrgänge 1949 bis 1963 können noch vor ihrem 65. Geburtstags abschlagsfrei in Rente gehen. Ab dem Jahrgang 1964 ist das nicht mehr möglich, dann liegt das abschlagsfreie Renteneintrittsalter bei 65 Jahren.

Wer aber nur 35 Jahre einzahlt, muss mit hohen dauerhaften Abschlägen rechnen. In einigen Fällen kann sich der Abzug auf bis zu 14,4 Prozent belaufen. Dabei gilt: Für jeden Monat, den der Beitragszahler vorzeitig in Rente geht, wird der Betrag um 0,3 Prozent dauerhaft gekürzt. Im Jahr 2019 zahlten 32,7 % der Rentner und 36 % Prozent der Rentnerinnen Abschläge. Bei vielen Rentenversicherungen ist es jedoch möglich, mit Sonderzahlungen die Abschläge ganz oder teilweise auszugleichen. Menschen mit Schwerbehinderung können bereits vor dem 63 Lebensjahr in Rente gehen, allerdings nur mit Abschlägen.

Abschlagsfreie Rente mit 63 erst ab 45 Beitragsjahren möglich

Wer nach 45 Beitragsjahren seine Rente ab 63 beantragt, kann ohne Abschläge in den Ruhestand gehen. In der Praxis können aber nur Menschen, die vor 1953 geboren sind, diese seit 2014 geltende Leistung in Anspruch nehmen. Zu den Beitragsjahren wird gegebenenfalls auch die Arbeitslosigkeit berechnet, insofern das Arbeitsamt das Arbeitslosengeld 1 gezahlt hat. Darüber hinaus zählen etwa eine betriebliche Ausbildung, Kindererziehungszeit, die Pflege von Angehörigen, Kurzarbeitergeld, sowie Wehr- und Zivildienst als Beitragsjahre.

Die gesetzliche Rentenversicherung ist laut Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales für 63,0 Prozent der über 65-Jährigen die Haupteinnahmequelle. Die betriebliche Altersversicherung kommt auf nur rund 8 Prozent und lediglich 7,6 Prozent sichern sich im Alter privat ab. Besonders prekär ist die Situation für Versicherte die weniger als 35 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben. Die durchschnittliche Rente bei 25 bis 35 Beitragsjahren beläuft sich auf 777 Euro, die von 15 bis unter 25 Beitragsjahren sogar auf nur durchschnittlich 489 Euro. Vor allem Frauen beziehen häufig aufgrund ihrer Erwerbsbiografie immer noch eine deutlich niedrigere Rente als Männer. (phf)

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