Reisekostenrecht 2014 – die wichtigsten Neuerungen im Überblick

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Seit dem 1. Januar 2014 ist das neue Reisekostenrecht in Kraft getreten. Ziele der Reisekostenreform sind eine Vereinfachung und Vereinheitlichung des steuerlichen Reisekostenrechts, eine Verbesserung der Rechtssicherheit, der Abbau von Bürokratie und die Entlastung des Steuerpflichtigen hinsichtlich seiner Aufzeichnungs- und Nachweispflichten.

Zu den wichtigsten Neuerungen der Reform gehören unter anderem die Einführung des Begriffes "erste Tätigkeitsstätte", die Änderung der Verpflegungspauschalen, die Klassifizierung der Übernachtungskosten als Werbungskosten sowie die Vereinfachungsregelung bei der Mahlzeitengestellung.

Die erste Tätigkeitsstätte

Nach der bisherigen Definition war der Tätigkeitsort die regelmäßige Arbeitsstätte, für die steuerrechtlich eine Entfernungspauschale geltend gemacht werden konnte. Der Begriff der regelmäßigen Arbeitsstätte wird nach dem neuen Reisekostenrecht durch den Begriff "erste Tätigkeitsstätte" ersetzt, wobei es je nach Dienstverhältnis maximal nur eine erste Tätigkeitsstätte geben kann. Nach der gesetzlichen Definition gemäß § 9Abs. 4 Satz 1 EStG (Einkommensteuergesetz) muss es sich um eine ortsfeste betriebliche Einrichtung handeln, weshalb beispielsweise ein häusliches Arbeitszimmer keine betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers sein kann.

Verpflegungsmehraufwendungen

Nach neuem Recht wird die bis dahin geltende dreistufige Staffelung der Verpflegungspauschale durch eine zweistufige Staffelung ersetzt. Die bisher geltende Mindestabwesenheit entfällt, so dass für eine Abwesenheit von weniger als 8 Stunden bis zu weniger als 24 Stunden eine Verpflegungspauschale von 12 Euro pauschal geltend gemacht werden kann. Bei einer Abwesenheit von 24 Stunden verdoppelt sich die Verpflegungspauschale auf 24 Euro. Die Vereinfachung gilt auch für auswärtige Tätigkeiten im Ausland, bei denen die länderspezifischen Verpflegungspauschalen zu beachten sind.

Übernachtungskosten

Mit der Reisekostenreform 2014 werden zum ersten Mal die Übernachtungskosten gemäß § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5a EStG n.F. gesetzlich geregelt und zu einem Werbungskostenabzug zugelassen. Sind die Übernachtungskosten beruflich veranlasst, können die tatsächlichen Übernachtungskosten steuerlich geltend gemacht werden. Zu den Übernachtungskosten zählen unter anderem die Kosten für ein Hotelzimmer, für ein Privatzimmer oder eine Wohnung einschließlich anfallender Nebenleistungen. Unerheblich ist die Angemessenheit der angemieteten Lokation wie beispielsweise Hotelkategorie oder Größe. Sofern die Übernachtungskosten teilweise beruflich und privat veranlasst sind, muss für den Werbungskostenabzug eine Trennung erfolgen.

Mahlzeitengestellung

Der Wert für übliche Mahlzeiten plus Getränke wird nach der neuen Rechtslage auf 60 Euro einschließlich der Umsatzsteuer angehoben. Übersteigen die Mahlzeiten den Wert von 60 Euro nicht, werden sie nach § 8 Abs. 2 Satz 8 EStG n.F. mit dem Sachbezugswert bewertet. Neu ist die Vereinfachungsregel, nach der bei einem gleichzeitigen Anspruch auf die Verpflegungspauschale die Besteuerung mit dem Sachbezugswert entfallen kann.

Weitere Quellen zum Thema: Neue Pauschalen für ‎Verpflegungsmehraufwand und ‎Fahrtkosten

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