BKA, Steuerfahndung und Co.

Großrazzia bei der Deutschen Bank - wegen Verdachts auf Geldwäsche - Aktien sinken

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Der Hauptsitz der Deutschen Bank in Frankfurt

Eine großangelegte Razzia haben Ermittler am Donnerstag bei der Deutschen Bank in Frankfurt durchgeführt. Auch BKA, Steuerfahnder und Bundespolizei waren im Einsatz.

Update 12.40 Uhr: Eine Razzia bei der Deutschen Bank hat am Donnerstag die jüngste Erholung der Aktien des Finanzinstituts abrupt gestoppt. Die Papiere waren am Vormittag um zwischenzeitlich bis zu 4,89 Prozent auf 8,172 Euro abgesackt. Damit näherten sie sich wieder ihrem erst am Dienstag vergangener Woche erreichten Rekordtief von 8,054 Euro.

Zuletzt verloren die Anteilscheine noch mehr 3,4 Prozent auf 8,30 Euro. Damit waren sie der mit Abstand schwächste Wert im wieder freundlichen deutschen Leitindex Dax.

Großrazzia bei der Deutschen Bank - wegen Verdachts auf Geldwäsche

Frankfurt am Main - Bei der Deutschen Bank in Frankfurt haben 170 Beamte von Staatsanwaltschaft, Bundeskriminalamt, Steuerfahndung und Bundespolizei Geschäftsräume durchsucht. Hintergrund seien Ermittlungen wegen des Verdachts der Geldwäsche, berichtet die Süddeutsche unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Frankfurt.

Eine Auswertung von Dokumenten der „Offshore-Leaks“ und der „Panama Papers“ habe den Verdacht zugelassen, dass die Deutsche Bank Kunden bei der Gründung von Offshore-Gesellschaften in Steuerparadiesen geholfen habe und dabei auch Gelder aus Straftaten auf Konten der Großbank geflossen seien. Im Fokus der Ermittlungen stehen dem Bericht zufolge unter anderem ein 50-Jähriger und ein 46-Jähriger Mitarbeiter.

Razzia bei der Deutschen Bank in Frankfurt: Bank will „vollumfassend kooperieren“

Den Beschuldigten werde vorgeworfen, pflichtwidrig keine Geldwäscheverdachtsanzeigen erstattet zu haben, obwohl bereits seit Beginn der jeweiligen Geschäftsbeziehungen ausreichende Anhaltspunkte dafür vorgelegen hätten, teilte Staatsanwaltschaft mit.

Über eine zum Konzern gehörende Gesellschaft mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln sollen allein im Jahr 2016 über 900 Kunden mit einem Geschäftsvolumen von 311 Millionen Euro betreut worden sein. Die Deutsche Bank erklärte in einer ersten Stellungnahme: „Es ist richtig, dass die Polizei aktuell an verschiedenen Standorten unserer Bank in Deutschland ermittelt. Es geht um einen Sachverhalt mit Bezug auf Panama Papers. Wir werden umgehend kommunizieren, sobald wir mehr Details haben. Wir werden mit den Behörden vollumfassend kooperieren.“

Deutsche Bank steht bereits länger im Fokus - Vorwürfe auch in Zusammenhang mit Danske-Bank-Skandal

Die Deutsche Bank steht derzeit im Fokus der Bankenaufsicht Bafin, weil sie laut Behörde nicht genügend gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung unternimmt. Deshalb schickte die Bafin Ende September Wirtschaftsprüfer der KPMG als Sonderbeauftragte, die dem Institut bis 2021 auf die Finger schauen sollen.

Eine der großen Fragen ist die Rolle des Geldhaus im Geldwäscheskandal um die Danske Bank. Deren estnische Filiale soll dutzende Milliarden Euro zweifelhaften Ursprungs aus Russland ins globale Finanzsystem eingespeist haben. Unter anderem die Deutsche Bank hat für die Filiale Auslandsüberweisungen abgewickelt.

Meldung vom 17. März 2019: Wie die beiden Finanzhäuser nun bestätigt haben, werden Deutsche Bank und Commerzbank Gespräche über eine Fusion aufnehmen. 

fn (mit dpa und AFP)

Die Deutsche Bank könnte nun dem Beispiel der Postbank folgen und die Gebühren für ihre Kunden erhöhen. Ein Experte befürchtet, dass dies zu einem Geschäftsmodell werden könnte.

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