Führungswechsel

Opel: Überraschender Chefwechsel - Jetzt soll ein Renault-Manager den Autobauer ins E-Zeitalter führen

Opel - Michael Lohscheller
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Geht: Michael Lohscheller.

Michael Lohscheller hat bei Opel den Turnaround geschafft. Jetzt verlässt er die Stellantis-Tochter. Sein Nachfolger kommt von der Konkurrenz.

Rüsselsheim - Ein neuer Chef übernimmt das Steuer bei Opel. Uwe Hochgeschurtz, bisher Deutschland-Chef des Konkurrenten Renault, soll die Traditionsmarke ab dem 1. September führen, wie das Unternehmen am Dienstag am Stammsitz Rüsselsheim mitteilte. Der bisherige Vorstandschef Michael Lohscheller habe sich entschieden, eine Aufgabe außerhalb des Stellantis-Konzerns anzunehmen, hieß es ohne weitere Details.

Stellantis-Chef Carlos Tavares dankte Lohscheller, dass er zusammen mit den Opel-Mitarbeitern ein starkes, nachhaltiges Fundament für das Unternehmen geschaffen habe. „Dieser beeindruckende Turnaround ebnet nun den Weg für eine weltweite Expansion der Marke.“

Opel: Ex-Chef Lohscheller verantwortete harte Sanierungsmaßnahmen

Der vorherige Opel-Finanzchef Lohscheller war 2017 an die Spitze des Unternehmens gekommen, nachdem Stellantis-Vorgänger PSA das Unternehmen von General Motors übernommen hatte. Lohscheller organisierte den Umbau des Unternehmens, bei dem ohne betriebsbedingte Kündigungen tausende Arbeitsplätze gestrichen wurden. Die drei Standorte Rüsselsheim, Kaiserlautern und Eisenach blieben bestehen, während große Teile des Entwicklungszentrums sowie das Testzentrum in Dudenhofen bei Frankfurt verkauft wurden.

In einer Botschaft an die Mitarbeiter verwies der 52 Jahre alte Lohscheller am Dienstag auf einen kumulierten Gewinn von 2,5 Milliarden Euro aus den vergangenen drei Jahren. Unter der Leitung des früheren Eigners General Motors hatte Opel mit seiner britischen Schwestermarke Vauxhall fast zwei Jahrzehnte lang nur Verluste eingefahren.

Opel: „Restrukturierung alternativlos“

„Die Restrukturierung war nicht einfach, aber alternativlos“, erklärte der scheidende Chef in seiner Botschaft, die dpa vorlag. Opel habe sich verkleinert und Stellen auf ein angemessenes Level abgebaut. „Und damit haben wir nachhaltig Zehntausende Jobs gesichert - nicht nur im eigenen Unternehmen, sondern auch bei unseren Handelspartnern und Zulieferern.“ Opel soll nach Unternehmensankündigungen bereits im Jahr 2028 als vollständig elektrische Marke in Europa auftreten. Zudem ist eine weitere Expansion auf internationale Märkte einschließlich China geplant.

Der neue Opel-Chef Uwe Hochgeschurtz blickt auf mehr als 30 Jahre Berufserfahrung im Automobil-Geschäft zurück, die er bei Ford, Volkswagen und Renault sammelte. Für den französischen Konkurrenten arbeitete er seit 2003 und war zuletzt Chef der Vertriebsregion Deutschland, Österreich und Schweiz (DACH). Zudem war der 58-Jährige noch im Juni als Vizepräsident des Auto-Importeurverbandes VDIK bestätigt worden, dem Opel nicht angehört. Er soll auch dem Top-Executive-Team an der Konzernspitze angehören, in dem Lohscheller zuletzt nicht mehr vertreten war.

IG-Metall: „Hoffen auf vertrauensvolle Zusammenarbeit“

Die Gewerkschaft IG Metall setzt auf ruhigere Zeiten: „Nach dem Wechsel an der Spitze von Opel muss endlich Ruhe im Unternehmen einkehren“, erklärte der Chef des Beziks Mitte, Jörg Köhlinger. „Wir hoffen auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Herrn Hochgeschurtz. Er kennt die Automobilindustrie und sollte die Zukunftsfragen zusammen mit den Arbeitnehmervertretern angehen. Wir sind dazu bereit.“ (dpa)*Merkur.de ist Teil von IPPEN.DIGITAL.

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