Opel-Beschäftigte gehen vor Gericht

+
Der Betriebsrat von opel empfindet die Beschlüsse der Betriebsleitung als "unsozial".

Bochum - Im Bochumer Opel-Werk gehen die von einer Zwangsversetzung nach Rüsselsheim betroffenen 75 Mitarbeiter in die Offensive. Große Teile der Belegschaft klagen gegen die Maßnahme.

Inzwischen haben rund 60 Kollegen Kündigungsschutzklagen eingereicht, sagte Betriebsratschef Rainer Einenkel am Montag in Bochum nach einer Belegschaftsversammlung.

Ab 23. September gibt es Einenkel zufolge erste Gütetermine vor dem Arbeitsgericht Bochum. Werde keine Einigung zwischen den klagenden Mitarbeitern und Opel erzielt, komme es zu Verfahren. Sollten diese durch mehrere Instanzen gehen, rechnet der Betriebsrat mit einer Verhandlungsdauer von bis zu eineinhalb Jahren.

Die 75 Mitarbeiter hatten im August eine sogenannte betriebsbedingte Änderungskündigung zur Versetzung ins Rüsselsheimer Stammwerk erhalten. Sollten die Beschäftigten das nicht akzeptieren, droht ihnen der Verlust ihres Arbeitsplatzes. Einenkel nannte das Vorgehen der Betriebsleitung “unsozial“ und “nicht akzeptabel“.

Opel räumt “schwierige Situation“ ein

Zahlreiche der betroffenen Bochumer Mitarbeiter hätten zum Teil schwer kranke Eltern oder Angehörige zu betreuen. Diesen Menschen sei ein Umzug nach Rüsselsheim nicht zuzumuten, sagte Einenkel. Darüber hinaus sei mehr als die Hälfte der Betroffenen zwischen 15 und 30 Jahren im Bochumer Werk beschäftigt.

Opel verteidigte die Änderungskündigungen. Der Sprecher des Bochumer Werks, Andreas Krömer, sagte, die Maßnahme sei Teil der Restrukturierungen. Bei der Auswahl der Mitarbeiter seien alle gängigen Kriterien befolgt worden. Natürlich sei es aber eine “schwierige Situation“ für die Betroffenen, räumte er ein.

Im Zuge des von der US-Konzernmutter General Motors aufgelegten Sanierungsprogramms für Opel wurden seit 2010 europaweit 8.000 Stellen abgebaut. Allein in Bochum sollen 1.800 Jobs gekappt werden. Bislang wurden im Rahmen eines Sozialplans 1.300 der ehemals 4.500 Arbeitsplätze gestrichen. Aktuell zählt das Bochumer Werk, das 2012 sein 50-jähriges Bestehen begeht, 3.200 Mitarbeiter.

dapd

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare