Dürfen die Bosse bleiben?

Nürburgring GmbH stellt Insolvenzantrag

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Die "grüne Hölle" Nürburgring

Nürburg/Mainz - Am Freitag hat die Geschäftsführung der Nürburgring GmbH die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt. Das kann für das Unternehmen mehrere Vorteile haben.

Die angeschlagene Nürburgring GmbH hat Insolvenzantrag gestellt. Wie das rheinland-pfälzische Innenministerium in der Nacht zum Samstag bestätigte, wurde der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens am Freitag beim Amtsgericht Bad Neuenahr-Ahrweiler eingereicht. Betroffen sind auch die Beteiligungsgesellschaften Motorsport Resort Nürburgring GmbH und Congress- und Motorsport Hotel Nürburgring GmbH.

Um für den Nürburgring “eine zukunftsorientierte Ausgestaltung der anstehenden Verfahren zu ermöglichen“, werde eine Eigenverwaltung beantragt, teilte die Geschäftsführung der überwiegend landeseigenen GmbH mit. Dabei könnte die Firmenspitze im Amt bleiben. Der Kurs in der Eifel ist vor allem als Veranstaltungsort von Formel-1-Rennen und des Musikfestivals “Rock am Ring“ bekannt.

Die Nürburgring GmbH, die zu 90 Prozent dem Land gehört, ist in Schieflage geraten, weil zu wenig Pacht hereinkam und die EU-Kommission eine Finanzspritze des Landes von 13 Millionen Euro wegen rechtlicher Bedenken nicht genehmigt. Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) hatte die GmbH deshalb bereits am Mittwoch um den Antrag auf Eröffnung des Verfahrens gebeten.

Unterdessen werden die Rufe nach einem Rücktritt Becks wegen des Nürburgring-Debakels lauter. Neben der FDP und dem Bund der Steuerzahler dringt auch die CDU darauf. “Die Situation “hat sich genauso verschärft wie ich es vorausgesagt habe“, sagte Landeschefin Julia Klöckner am Freitag der dpa. Die SPD steht aus Sicht ihres rheinland-pfälzischen Generalsekretärs Alexander Schweitzer hinter dem Regierungschef. Mehrere SPD-Politiker räumen aber Fehler ein.

Vor einigen Jahren hatte die damalige SPD-Alleinregierung rund 330 Millionen Euro in den Ausbau des Rings gesteckt. Der Freizeitpark, ein Prestigeprojekt von Beck, ist zu groß, und es kommen weniger Besucher als erwartet. Um die Landesbürgschaft für einen Kredit zu decken, müssen nun wohl eine Rücklage von 254 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt und weitere 80 Millionen Euro mobilisiert werden.

Die Jobs der rund 10 Mitarbeiter der Nürburgring GmbH - etwa 20 sind an die Privatbetreiber ausgeliehen - sollen erhalten bleiben: “Um die Mitarbeiter wird sich das Land kümmern“, hatte der Sprecher des Infrastrukturministeriums, Christoph Gehring, am Freitag gesagt.

Unterdessen forderte Bernie Ecclestone laut einem Bericht der “Rhein-Zeitung“ (Koblenz/Samstag) eine zeitnahe Entscheidung zur Zukunft der Formel 1 auf dem Ring. Wenn es 2013 dort ein Rennen geben solle, müssten die Verhandlungen innerhalb der nächsten Wochen abgeschlossen sein, sagte der Formel-1-Geschäftsführer.

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