Metaller übernehmen Pilotabschluss in weiteren Regionen

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Weitere Bezirke haben die Regelungen für die Metall- und Elektroindustrie im Kern übernommen. Foto: Guido Bergmann

Frankfurt/Chemnitz (dpa) - In rascher Folge haben weitere Tarifgebiete für die Metall- und Elektroindustrie den Pilotabschluss aus Baden-Württemberg übernommen.

Am Mittwoch stimmten die Tarifparteien in den Bezirken Sachsen und Mitte (Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) entsprechenden Vereinbarungen zu. Danach erhalten rund 520 000 weitere Metaller vom 1. April an 3,4 Prozent mehr Geld und zuvor eine Einmalzahlung von 150 Euro.

Zuvor hatten noch am Dienstag bereits die Schwergewichte Bayern und Nordrhein-Westfalen den Pilotabschluss übernommen, die übrigen Tarifgebiete im Norden sollen noch in dieser Woche folgen.

Neben dem Entgelt wurden auch Altersteilzeit und Möglichkeiten zur individuellen Fortbildung teils abweichend von Baden-Württemberg neu geregelt. Beide Seiten nahmen für sich in Anspruch, hier ihre Ziele erreicht zu haben.

"Wir haben die Altersteilzeit modernisiert und Modelle zur Förderung von Weiterbildung entwickelt, ohne dass es dadurch zu einer höheren Kostenbelastung der Betriebe durch irgendwelche Zwänge kommt", betonte der Verhandlungsführer der Mitte-Arbeitgeber, Thomas Brunn, in Frankfurt.

Der IG Metall-Bezirksleiter Mitte, Armin Schild, hob bei der Altersteilzeit die höheren Aufstockungsbeträge für die unteren Entgeltgruppen hervor. Bei der Bildungsteilzeit gebe es erstmals einen "erstreitbaren Zugang auf persönliche berufliche Weiterbildung", sagte Schild. Verbindliche Arbeitgeberzuschüsse zur Lohnfortzahlung gibt es aber nicht: Die Arbeitnehmer müssen das Zeitbudget nach NRW-Modell selbst ansparen oder auf freiwillige Zahlungsvereinbarungen in ihrem Betrieb hoffen.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) lobte den Abschluss als vorbildlich und empfahl ihn anderen Branchen zur Nachahmung. "Die Tarifpartner haben einen Einstieg in eine Weiterbildungsteilzeit gefunden. Das ist sehr innovativ, und es zeigt: Bildung ist die entscheidende Ressource in Deutschland - und zwar auch während des Arbeitslebens", sagte sie der "Passauer Neuen Presse" (Mittwoch).

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