Insolvenzplan für Karstadt eingereicht

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Der Insolvenzplan für Karstadt ist eingereicht.

Essen - Die ums Überleben kämpfende Warenhauskette Karstadt soll bis Ende April an einen Investor verkauft werden. Es gebe konstruktive Gespräche, sagt der Insolvenzverwalter.

Die Suche nach einem Investor für die zahlungsunfähige Warenhauskette Karstadt geht in die heiße Phase. Bis Ende April muss ein Kaufvertrag unterschrieben sein, sonst kann der Insolvenzplan nicht in Kraft treten, wie der Sprecher des Insolvenzverwalters am Montag mitteilte. Der Insolvenzplan, der die Fortführung des Kaufhauses garantieren soll, wurde am Nachmittag beim Amtsgericht eingereicht. Die Schließung von 13 Filialen sowie ein Sanierungsbeitrag der Beschäftigten in dreistelliger Millionenhöhe stehen schon seit einiger Zeit fest.

Wenn es nicht gelingt, einen Käufer für die verbleibenden 120 Karstadt-Warenhäuser mit rund 26.000 Beschäftigten in ganz Deutschland zu finden, droht die Zerschlagung des Konzerns. Früheren Angaben zufolge hatten sechs Kaufinteressenten damit begonnen, die Bücher des Unternehmens zu prüfen. Am Montag hieß es, es seien unverändert namhafte Interessenten für Karstadt im Rennen. Der Markt zeige aber nicht nur investorenseitig Interesse an der Kaufhauskette. Gespräche mit neuen internationalen Kooperationspartnern wie Jessica Simpson oder Manoukian, die Markenprodukte exklusiv über Karstadt anbieten wollten, verliefen ebenfalls sehr konstruktiv.

Karstadt reorganisieren und von Schulden befreien

Der nun eingereichte Insolvenzplan soll Karstadt finanzwirtschaftlich reorganisieren und das Unternehmen weitgehend von seinen Schulden befreien. “Damit schaffen wir die Voraussetzungen für eine leistungswirtschaftliche, nachhaltige Sanierung durch einen Investor, der an die Existenzberechtigung von zwei Warenhausketten im deutschen Markt glaubt“, erklärte Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg. Die Gläubiger sollen in einem ersten Schritt grundsätzlich drei Prozent auf den Rest ihrer Insolvenzforderungen erhalten, wie aus dem Insolvenzplan hervorgeht.

Die Sanierungsbeiträge gäben ihnen die Aussicht, weiter für und bei Karstadt zu arbeiten. Insgesamt belaufen sich die Sanierungsbeiträge der Gläubigergruppen, darunter insbesondere der Arbeitnehmer, Vermieter, Logistik- und IT-Dienstleister oder des Pensionssicherungsvereins auf einen mittleren dreistelligen Millionbetrag. Nach einem Bericht der “Welt“ wollen allein die Zeichner des Oppenheim-Esch-Fonds auf ein Drittel ihrer Mietforderungen von zuletzt 33,5 Millionen Euro verzichten. Erstmals könnten bei fallendem Umsatz in den Warenhäusern künftig auch die Miete sinken. Hohe Mieten galten als ein Grund für die Insolvenz von Karstadt und des Mutterkonzerns Arcandor im vergangenen Juni.

Investitionsplan ausgearbeitet

Für die Zeit nach dem Verkauf liegt bereits eine Investitionsplan vor, der laut dem Wirtschaftsmagazin “Der Handel“ vom Karstadt-Management ausgearbeitet wurde. Demnach soll das Warenangebot zum einen gestrafft, zum anderen stärker zentral gesteuert werden. Den einzelnen Häusern würden damit weniger Freiheiten bei der Auswahl des Sortiments eingeräumt.

Zu Einkaufszentren umgebaut werden sollen zudem zwei Filialen in Mainz und Bielefeld, in denen Karstadt dann mit weniger Fläche präsent wäre. Nach Informationen des “Handelsblatts“ soll der teilweise als Favorit für eine Komplettübernahme genannte Private-Equity-Investor Permira inzwischen kein Interesse mehr an Karstadt haben. Im Fall einer Zerschlagung des Kaufhauskonzerns könnten die Konkurrenten Metro und Otto wieder auf den Plan treten, die bereits Interesse an Teilen des Unternehmens signalisiert haben.

DAPD

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