Höchster Stand seit 2012

Inflation im Gesamtjahr bei 1,9 Prozent

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Strommasten vor dem Braunkohlekraftwerk in Pulheim. Vor allem höhere Heizöl- und Spritpreise hatten zuletzt die Inflation angetrieben. Foto: Federico Gambarini

Gestiegene Sprit- und Heizölpreise haben die Teuerungsrate in Deutschland im Jahr 2018 weiter angetrieben. Zum Jahresende gibt es ein Signal der Entspannung.

Wiesbaden (dpa) - Die Inflation in Deutschland ist 2018 auf den höchsten Stand seit sechs Jahren gestiegen. Die Verbraucherpreise legten im Schnitt um 1,9 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in einer ersten Schätzung mitteilte.

Einen stärkeren Zuwachs hatte es zuletzt 2012 mit durchschnittlich 2,0 Prozent gegeben. Für 2017 hatte die Wiesbadener Behörde eine Teuerungsrate von 1,8 Prozent berechnet. Vor allem höhere Heizöl- und Spritpreise hatten die Inflation zuletzt angetrieben.

Zum Jahresende verlangsamte sich der Preisauftrieb allerdings deutlich. Im Dezember lag die jährliche Teuerungsrate in Europas größter Volkswirtschaft bei 1,7 Prozent. Im November waren es noch 2,3 Prozent. Insbesondere der Anstieg der Energiepreise schwächte sich ab. Verbraucher mussten dafür 4,8 Prozent mehr zahlen als im Vorjahresmonat. Im November waren es noch 9,3 Prozent mehr.

Im Monatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise im Dezember nach den vorläufigen Berechnungen insgesamt um 0,1 Prozent.

Die Inflationsrate ist ein wichtiger Gradmesser für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank strebt für den Euroraum mittelfristig eine Jahresteuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Dauerhaft niedrige oder in großem Stil sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher dazu verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das bremst die Wirtschaft.

Weil die Entwicklung der Verbraucherpreise seit geraumer Zeit nach oben zeigt, beendet die Notenbank ihre umstrittenen Wertpapierkäufe zum Ende dieses Jahres. Sparer müssen sich allerdings noch gedulden. Die Zinsen im Euroraum sollen bis mindestens "über den Sommer" 2019 auf dem Rekordtief von null Prozent verharren.

Da die Inflation tendenziell wieder anzieht, verlieren Sparer auf mickrig verzinsten Tages- oder Festgeldkonten bares Geld. Nach Berechnung der Bank Comdirect lag der Realzins - also der tatsächliche Zins für Spareinlagen nach Abzug der Teuerungsrate - im Jahr 2018 bei minus 1,74 Prozent.

"Die anhaltende Nullzinsphase und eine steigende Inflation führen zu einem schleichenden Wertverlust der Ersparnisse", erläuterte Comdirect-Vorstandschef Arno Walter. Den Berechnungen zufolge verloren deutsche Sparer insgesamt 38,9 Milliarden Euro durch niedrig verzinste Geldeinlagen. Hausbauer profitieren hingegen von vergleichsweise günstigem Baugeld.

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