Industrie wünscht sich Innovationsoffensive

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BDI- Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf

Berlin - Die deutsche Industrie drängt die Politik zu einer Innovationsoffensive, um den Aufschwung anzukurbeln. Mit einer Forschungsförderung sollen Anreize geschaffen werden.

Damit “kann die Bundesregierung dazu beitragen, unsere Wirtschaft auf einen nachhaltig höheren Wachstumspfad zu heben“, erklärte BDI- Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf am Samstag in Berlin.

“Noch gibt es keinen selbsttragenden Aufschwung. Innovationsfähigkeit ist der Schlüssel zur Zukunft.“ Zentrale BDI-Forderung ist die rasche Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung. Sie schaffe ein Mehrfaches an zusätzlicher Wertschöpfung in Deutschland, betonte Schnappauf in einer Pressemitteilung.

Rund um den Globus und auch in nahezu allen OECD-Ländern würden derzeit Forschungs- und Technologieprogramme vorangetrieben. Für eine international wettbewerbsfähige Ausgestaltung von rund zehn Prozent der gesamten Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (FuE) betrüge die Steuerreduzierung rund 4 Milliarden Euro im Jahr.

Angesichts der derzeitigen Lage der öffentlichen Haushalte spricht sich der BDI in einem ersten Schritt für ein Mindestvolumen von 1,5 bis 2,5 Milliarden Euro aus. Für ein Einstiegsprogramm schlägt Schnappauf Eckpunkte vor. Demnach könnte sich die Politik bei der Forschungsförderung zunächst auf die Personalkosten konzentrieren und den Fördersatz zwischen mittelständischen und Großunternehmen differenzieren.

Unabhängig von der Größe sollten alle Unternehmen einbezogen werden, eine Deckelung sollte es nicht geben. In einem zweiten Schritt müsste dann der Ausbau auf ein international übliches Ausmaß erfolgen. Im internationalen Vergleich befindet sich Deutschland laut BDI im Nachteil, was den Anteil des Staates an der Finanzierung von Forschung und Entwicklung in den Unternehmen betreffe.

Während dieser Anteil in Deutschland von mehr als zehn Prozent im Jahr 1995 auf zuletzt rund fünf Prozent gesunken sei, liege er in den USA und Frankreich mittlerweile zwischen 10 und 15 Prozent.

dpa

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