1. az-online.de
  2. Wirtschaft

Heizkosten: So einfach kriegen Sie am Ende des Jahres Geld vom Vermieter zurück

Erstellt:

Von: Lisa Mayerhofer

Kommentare

Eine Person prüft, ob ein Heizkörper Wärme abgibt: Seit diesem Jahr sollten Millionen Mieter eine monatliche Übersicht über ihre Heizkosten erhalten.
Seit diesem Jahr sollten Millionen Mieter eine monatliche Übersicht über ihre Heizkosten erhalten. (Symbolbild) © Christin Klose/dpa-tmn

Seit diesem Jahr sollten Millionen Mieter eine monatliche Übersicht über ihre Heizkosten erhalten. Doch viele Vermieter kommen ihrer Informationspflicht nicht nach. Für Mieter kann das ein Vorteil sein.

München – Die Energiepreise sind in den vergangenen Monaten noch einmal stark gestiegen. Vielen deutschen Haushalten droht damit eine saftige Heizkostennachzahlung. Wie hoch diese genau ausfallen wird, sollte den Mietern eigentlich die seit diesem Jahr per Gesetz vorgeschriebene monatliche Heizkostenübersicht verraten. Das sieht die neue Heizkostenverordnung vor.

Wer hat Anspruch auf eine monatliche Heizkostenübersicht?

Aber nicht alle Mieter haben bisher Einsicht in ihren monatlichen Verbrauch erhalten. Denn es gibt Ausnahmen – die aber nur wenige Mieter betreffen dürften. Zum Beispiel sind Eigentümer einer Mietwohnung in einem Zweifamilienhaus von dieser Regelung ausgenommen. Außerdem sind nur die Vermieter zur monatlichen Heizkostenübersicht verpflichtet, die bisher auch schon eine verbrauchsabhängige Heizkostenabrechnung verschickt haben. In der Regel sollten Millionen Mieter aber Anspruch auf eine Übersicht haben. Sollten sie diese nicht erhalten, können Mieter am Ende des Jahres ihren Kostenanteil um drei Prozent kürzen – und damit bares Geld sparen.

Einen Knackpunkt gibt es noch: Die Vorschrift gilt nur, wenn in der Wohnung fernablesbare Messgeräte angebracht sind. Wenn dies nicht der Fall ist, gibt es noch eine Übergangsfrist bis 2026. Bis dahin müssen alle Hauseigentümer vorhandene Messgeräte, die nicht fernablesbar sind, entsprechend nachrüsten.

Allerdings dürften viele Wohnungen schon über fernablesbare Geräte verfügen: Die größten Dienstleister in diesem Bereich sind Techem und Ista. Ista gab der Tagesschau zufolge an, bereits Ende vergangenen Jahres in knapp drei Millionen Wohnungen den Verbrauch mithilfe fernablesbarer Messgeräte zu erfassen: „Damit können wir bereits heute den Großteil der Ablesungen ohne ein Betreten der Wohnungen durchführen.“ Insgesamt erfasst Ista in rund fünf Millionen Wohnungen in Deutschland den Energieverbrauch. Und laut Techem seien in den von der Firma betreuten Liegenschaften schon knapp 80 Prozent der Geräte auf Funktechnologie umgestellt, so die Tagesschau.

Monatliche Übersicht über Heizkosten: Mieter haben mehrere Möglichkeiten

Das heißt, dass viele Mieter die ihnen zustehenden Heizkosten-Informationen erhalten müssten – doch dies ist nicht immer der Fall. Volker Rastätter vom DMB Mieterverein München sagt: „Es gibt für Sie als Mieter mehrere Möglichkeiten, wenn Sie Anspruch auf die monatliche Heizkostenübersicht haben, aber der Vermieter seiner Informationspflicht nicht nachkommt: Sie können entweder die monatliche Heizkostenübersicht bei ihm einfordern oder Sie ziehen einfach die drei Prozent Kostenanteil am Jahresende ab.“ Letzteres könne sich angesichts der gestiegenen Energiepreise durchaus lohnen. „Ich würde in so einem Fall wahrscheinlich die drei Prozent einfordern“, meint Rastätter. Wer dagegen die monatliche Heizkostenübersicht einfordert, habe dafür eine Übersicht über die Ausgaben und könne gegebenenfalls zielgenauer Heizkosten einsparen.

Durch die gesetzlich vorgeschriebene monatliche Heizkostenübersicht könne den Mietern aber auch erhöhte Kosten drohen, erklärt Rastätter: „Die monatliche Auswertung der Heizkosten, die ja meist von Dienstleistern erhoben wird, verursacht Kosten. Wie diese verteilt werden, ist noch strittig, weil es gesetzlich nicht genau festgelegt wurde. Manche vertreten die Ansicht, dass die Mieter nur die Portokosten tragen müssen, andere sind der Meinung, dass der Vermieter alle Kosten an die Mieter weitergeben könnte. Dann könnten noch zehn bis 30 Euro zusätzlich im Jahr durch die Auswertungen auf die Mieter zukommen.“

Anfragen oder Beschwerden bezüglich der monatlichen Heizkostenübersicht liegen dem Mieterverein laut Rastätter noch nicht vor.

Auch interessant

Kommentare