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Hartz IV: Wann für Familien der Kinderzuschlag die bessere Alternative ist

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Von: Lisa Mayerhofer

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Ein Kind geht an der Hand eines Elternteils über die Straße: Immer mehr Kinder in Deutschland leben in Hartz-IV-Haushalten.
Immer mehr Kinder in Deutschland leben in Hartz-IV-Haushalten. (Symbolbild) © picture alliance / dpa | Marcel Kusch

Immer mehr Kinder in Deutschland leben in Hartz-IV-Haushalten. Der Kinderzuschlag kann für Familien mit geringem Einkommen eine gute Alternative sein, um an zusätzliches Geld zu kommen.

Berlin - Der prozentuale Anteil der Kinder und Jugendlichen in Hartz-IV*-Haushalten ist nach Angaben des Deutschen Kinderhilfswerks erneut angestiegen. Nach aktuellen Berechnungen habe sich der Anteil der unter 18-Jährigen in Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften auf 33,4 Prozent erhöht, teilte das Hilfswerk im April mit. Vor fünf Jahren lag der Wert demnach bei 32,1 Prozent, im vergangenen Jahr bei 33,1 Prozent. In konkreten Zahlen seien zum Jahresende 2021 von 5.277.413 Personen in Bedarfsgemeinschaften 1.763.973 Kinder und Jugendliche gewesen.

Kinderhilfswerk: Jeder dritte Hartz-IV-Empfänger ist ein Kind

„Jeder dritte Hartz-IV-Empfänger ist ein Kind, obwohl ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung in Deutschland nur bei rund 16 Prozent liegt. Damit sind Kinder und Jugendliche mit ihren Familien in besonderem Maße von Armut betroffen“, betonte der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes, Thomas Krüger. Dringend notwendig sei eine Gesamtstrategie zur Bekämpfung der Kinderarmut in Deutschland und eine bedarfsgerechte Kindergrundsicherung.

Krüger begrüßte, dass sich die Bundesregierung die Einführung einer Kindergrundsicherung vorgenommen und eine entsprechende interministerielle Arbeitsgruppe eingesetzt habe. Nun komme es auf die konkrete Ausgestaltung und die eingesetzten Mittel im Haushalt an. Ziel müsse sein, „die gesellschaftliche Teilhabe jedes Kindes eigenständig, sozial gerecht und unbürokratisch unabhängig von der Hartz-IV-Gesetzgebung abzusichern“.

Kinderzuschlag als Alternative zu Hartz IV

Helfen soll dabei auch der Kinderzuschlag, zu dem der Zugang deutlich vereinfacht wurde. Für manche Familien, die an der Armutsgrenze leben, könnte der Kinderzuschlag sogar die bessere Alternative zu Hartz IV sein, schreibt gegen-hartz.de. Denn der Zuschlag ist leicht zu beantragen, frei von möglichen Sanktionen und wird zusätzlich zum Kindergeld ausgezahlt. Anspruch auf den Zuschlag haben Personen, die Kindergeld erhalten und deren Einkommen zwar für sich, aber nicht für die gesamte Familie ausreicht.

Wer dagegen Hartz-IV-Leistungen bezieht, kann nicht gleichzeitig den Kinderzuschlag erhalten. Der Zuschlag kann aber dabei helfen, aus der Hartz-IV-Abhängigkeit zu gelangen, wenn man noch ein weiteres Einkommen hat. Der Kinderzuschlag wird dabei für jedes Kind einzeln berechnet und beträgt laut Arbeitsagentur monatlich höchstens 209 Euro pro Kind.

Zusätzlich gibt es weitere Erleichterungen, unter anderem entfallen für Bezieher die Kita-Gebühren. So können Familien - vor allem Alleinerziehende - obendrauf noch eine Menge Geld sparen. Ob Sie einen Anspruch auf den Kinderzuschlag haben, können Sie mit dem Video-Tool „KiZ-Lotse“ der Arbeitsagentur herausfinden. Mit Material der dpa *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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