Gewerkschaften fordern höhere Löhne

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Der Export boomt, der Wirtschaft geht es besser - da fordern Gewerkschaften mehr Lohn.

Berlin - Der Export boomt, der Wirtschaft geht es besser - da fordern Gewerkschaften mehr Lohn. Aber DIHK-Chef Driftmann sieht wenig Luft für Lohnsteigerungen. Gleichzeitig hebt der Verband seine Konjunkturprognose an.

Trotz des starken Wirtschaftswachstums im zweiten Quartal sieht der Deutsche Industrie- und Handelskammertag wenig Spielraum für Lohnerhöhungen. Nach Einschätzung von DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann wächst die Nachfrage auch ohne Lohnerhöhungen. Die IG Metall hatte angekündigt, in der bevorstehenden Stahl-Tarifrunde ein Ende der Bescheidenheit einzuläuten. Und auch die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) will deutlich höhere Löhne durchsetzen.

Um die Binnenkonjunktur anzukurbeln, seien spürbare Lohnerhöhungen unverzichtbar, sagte NGG-Chef Franz-Josef Möllenberg der "Rheinpfalz am Sonntag". "Die konjunkturelle Erholung wird zu einseitig vom Export getragen und steht damit auf tönernen Füßen", warnte er. Die Gewerkschaft werde mit einer Forderung von fünf Prozent mehr Lohn in die bevorstehenden Tarifgespräche gehen. Die IG Metall hatte kürzlich angekündigt, voraussichtlich mit einer Forderung nach Lohnerhöhungen zwischen 4,5 und 8,0 Prozent in die Verhandlungen zu gehen.

Mit Minianhebungen ließen sich die Beschäftigten nicht abspeisen, sagte Möllenberg der Zeitung. Alles andere als kräftige Lohnerhöhungen würde die Kaufkraft schwächen und damit den Aufschwung gefährden. "Das kann auch nicht im Interesse der Arbeitgeber sein", sagte er.

"Ich sehe derzeit wahrlich keinen Spielraum für größere Lohnzuwächse", sagte DIHK-Präsident Driftmann dem "Hamburger Abendblatt" (Samstag). Der DIHK korrigierte zugleich seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr deutlich von 2,3 auf 3,4 Prozent nach oben.

Einen Erfolg nannte es Driftmann, dass die Kurzarbeit bei den meisten Betrieben überwunden sei. "Damit haben im Vergleich zum Vorjahr rund eine Million Arbeitnehmer und ihre Familien wieder deutlich mehr Geld im Portemonnaie."

dpa

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