Allem Ärger zum Trotz: Bahn steigert Gewinn

Berlin - Trotz massiver technischer Probleme und damit verbundenen Zugausfällen sind 2010 mehr Reisende mit der Deutschen Bahn gefahren. Unterdessen hat die Bahn für Stuttgart 21 schon rund 1,5 Milliarden Euro ausgegeben.

Die Zahl der Fahrgäste erhöhte sich um 2,2 Prozent auf 1,95 Milliarden Reisende, wie die Bahn am Donnerstag in Berlin mitteilte. Das Unternehmen steigerte seine Erlöse im Vergleich zum Vorjahr um 17,3 Prozent auf 34,4 Milliarden Euro. Der Nettogewinn kletterte um 27,5 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro. Die Schulden stiegen durch den Kauf des britischen Verkehrskonzerns Arriva um 1,9 Milliarden auf 16,9 Milliarden Euro.

Vorstandschef Rüdiger Grube nannte den Geschäftsverlauf 2010 positiv. Die Zahl der Reisenden habe sich erhöht - trotz der technischen Probleme und damit verbundenen Zugausfällen bei ICE-Fernzügen, einigen Regionalbahnen und der S-Bahn Berlin. Bei der Güterbahn DB Schenker Rail stieg die Verkehrsleistung um 12,6 Prozent auf 105,8 Milliarden Tonnenkilometer. Das Rekordergebnis von 2008 - 113,6 Milliarden Tonnenkilometer - wurde aber verfehlt.

Schon 1,5 Milliarden in Stuttgart 21 investiert

Die Deutsche Bahn hat für das vorläufig gestoppte Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 schon rund 1,5 Milliarden Euro ausgegeben. Diese Zahl nannte Bahn-Vorstandschef Rüdiger Grube bei Vorlage des Geschäftsberichts 2010 am Donnerstag in Berlin. Der Vorstand stehe nach wie vor positiv zu dem Vorhaben. Es gebe “zurzeit keinen Grund“ für eine mögliche Aufgabe des Projekts bilanziell Vorsorge zu treffen. “Wir sind ja bereits in der Realisierung.“

Vorstandsmitglied Volker Kefer sagte zu dem am Dienstag verkündeten vorläufigen Baustopp: “Wir wollten einfach ein Signal an die neue Landesregierung senden, dass wir auch mit ihr konstruktiv und vertrauensvoll zusammenarbeiten. Wir schaffen keine neuen Fakten, bis sie sich konstituiert.“ Die neue grün-rote Regierung in Baden-Württemberg soll Mitte Mai im Amt sein. Falls Stuttgart 21 anders als von der Bahn gewünscht doch aufgegeben werden sollte, müsste der Verkauf von Grundstücken des Bahnhofsgeländes rückabgewickelt werden. Dann wären “etliche hundert Millionen Euro“ an Rückzahlungen inklusive Zinsen fällig, die vom Zeitpunkt der Veräußerung an hinzugerechnet werden müssten, sagte Kefer. # dpa-Notizblock

dpa

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