Dax stürzt auf Jahrestief ab - weltweite Rezessionsängste

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Am Freitagmorgen ist der Dax auf den tiefsten Stand seit November 2009 gerutscht.

Frankfurt/Main - An den hochnervösen Börsen herrscht Ausverkauf: Die Talfahrt der Kurse geht weiter. Der Dax fällt zeitweise auf den tiefsten Stand seit November 2009.

Weltweite Rezessionsängste haben die Börsen am Freitag weiter einbrechen lassen. Der Dax sank in einem extrem nervösen Handel zeitweise um mehr als vier Prozent auf 5345 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit November 2009. Am Mittag lag der deutsche Leitindex bei 5394 Punkten. Vor allem Papiere von Banken und Versicherungen sowie der konjunktursensiblen Autobauer gerieten unter Druck. Auch in Paris und London rutschten die Kurse weiter ab.

Bereits am Donnerstag hatte es massive Verluste in den USA und Europa gegeben. Dies zog am Freitag auch die Märkte in Asien tief ins Minus. In Tokio verlor der Nikkei-Index für 225 führende Werte am Freitag zum Handelsschluss 2,51 Prozent oder 224,52 Punkte auf 8719,24 Zähler - das war der tiefste Stand seit Mitte März. Auch an anderen Börsen in Asien rutschten die Kurse ab.

Der Dax war am Donnerstag um 5,82 Prozent auf 5602,80 Punkte gesunken - das war der größte Tagesverlust in Prozent seit November 2008. Der Euro hatte ebenfalls deutlich an Wert verloren. Auch am Freitag konnte sich die Gemeinschaftswährung nicht von ihren starken Vortagsverlusten erholen.

Befürchtungen um eine Abkühlung der Weltwirtschaft und Sorgen um das europäische Bankensystem lassen die Kurse rund um den Globus einbrechen. Dies führe dazu, dass Investoren ihre risikobehafteten Anlagen wie Aktien nun auf den Markt werfen, sagte Stratege Ben Potter von IG Markets.

An der Wall Street hatte der Dow Jones Industrial am Donnerstag um 3,68 Prozent tiefer bei 10 990,58 Punkten geschlossen. Damit hat er knapp 14 Prozent seit dem Beginn des Abwärtstrends Ende Juli eingebüßt. Neben den Sorgen vor einem langsameren Wirtschaftswachstum belasteten Spekulationen um die Finanzstärke europäischer Banken die Märkte. Die US-Bank Morgan Stanley trug mit ihren gesenkten Prognosen für das Wachstum der Weltwirtschaft ebenfalls zur Verunsicherung bei. Einige Experten sprachen bereits von einem Käuferstreik.

Schon Ende Juli und Anfang August hatte eine regelrechte schwarze Serie die internationalen Börsen in die Tiefe gerissen. Die Dimension der Kurseinbrüche hat mittlerweile das Niveau vom Herbst 2008 erreicht - also der Zeit der schweren Finanzmarktkrise im Zuge der Pleite von Lehman Brothers. Seit Anfang August verlor der Dax bis zum Handelsschluss am Donnerstag mehr als 21 Prozent.

In Tokio verloren am Freitag vor allem exportorientierte Werte wegen des starken Yen, der Ausfuhren verteuert. In der vergangenen Woche sank der Nikkei insgesamt um 2,73 Prozent. Der Leitindex in Hongkong verlor 2,74 Prozent, der Leitindex in Südkorea sogar 6,19 Prozent. Die Börse in Sydney sank um 3,5 Prozent.

Die Kursturbulenzen an den internationalen Finanzmärkten trieben den Goldpreis weiter an. Er stieg am Freitag erstmals über die Marke von 1850 Dollar. In der Spitze kostete eine Feinunze (ca. 31 Gramm) des Edelmetalls 1852,75 US-Dollar. Damit wurde das Rekordhoch vom Vortag bei knapp 1830 Dollar deutlich übertroffen. Allein in der laufenden Woche legte der Goldpreis um gut 110 Dollar oder rund sechs Prozent zu. Gold gilt als Krisen- und Inflationsschutz.

dpa

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