Conti sieht Licht am Ende des Krisen-Tunnels

Hannover - Continental erwartet im zweiten Halbjahr eine Belebung des Geschäfts. Vorstandschef Karl-Thomas Neumann äußerte sich zuversichtlich über die Aussichten des Konzerns.

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Im zweiten Halbjahr rechne der Automobilzulieferer mit einer Belebung der in der Krise stark eingebrochenen Umsätze und operativen Ergebnisse. Der Conti-Aufsichtsrat wollte am Donnerstagnachmittag auch wichtige Weichen für die Zukunft des Unternehmen stellen. Neumann sollte dem Gremium Modelle zur Zusammenlegung der Geschäfte von Conti und der Schaeffler Gruppe und zu einer weiter eigenständigen Unternehmensentwicklung vorstellen. Es wurde erwartet, dass der Vorstandschef dem Gremium eine Erhöhung des Conti-Kapital vorschlagen werde, um eine eigenständige Conti-Zukunft zu sichern. Die Schaeffler Gruppe besitzt seit Januar knapp 50 Prozent der Conti-Aktien und hat weitere 40 Prozent bei Banken geparkt. 

Schulden um eine Milliarde gesenkt

Conti gab zudem die endgültigen Zahlen für das erste Halbjahr bekannt. Der Umsatz blieb demnach mit 9,06 Milliarden Euro um 32 Prozent hinter dem Vorjahreszeitraum zurück. Dabei erwirtschaftete der Konzern einen operativen Verlust (EBIT) von 126,2 Millionen Euro. Dem stand im ersten Halbjahr 2008 noch ein operativer Gewinn von 912,4 Millionen Euro gegenüber. Das Unternehmen konnte allerdings seinen Schuldenstand erstmals seit dem teuren Kauf der Siemens-Tochter VDO unter die 10-Milliarden Grenze senken.

Die Nettofinanzschulden des Konzerns hätten am Ende des ersten Halbjahres bei 9,75 Milliarden Euro gelegen, teilte Conti mit. Zudem verfüge man über ein Liquiditätspolster aus flüssigen Mitteln und ungenutzten Kreditlinien von 4,02 Milliarden Euro. Conti hatte VDO Ende 2007 für 11,4 Milliarden Euro gekauft. Ein weiterer Kreditabbau ist bei der Conti allerdings nicht in Sicht. Man habe nun das Ziel, das Niveau der Verschuldung bis zum Jahresende stabil zu halten, sagte Neumann. Trotz bestehender Unsicherheiten gehe man davon aus, die Kreditvereinbarungen mit den Banken im weiteren Jahresverlauf einhalten zu können.

Continental hat im ersten Halbjahr weltweit 8.621 Arbeitplätze abgebaut und zählte Ende Juni noch 130.534 Beschäftigte. Mit dem umfassenden Restrukturierungs- und Kostensenkungsprogramm sei man im zweiten Quartal in die operativ schwarzen Zahlen zurückgekehrt, betonte Neumann. Geplante Werksschließungen könnten im zweiten Halbjahr zu weiteren Restrukturierungsaufwendungen führen.

ap

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