Börsen weltweit dramatisch eingebrochen

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Der Dow Jones Industrial an der New Yorker Börse ist am Donnerstag um mehr als 500 Punkte abgestürzt.

Berlin - Weltweit sind die Börsen auf Talfahrt. Sarkozy, Merkel und Zapatero wollen am Freitag miteinander telefonieren. EU-Kommissionspräsident Barroso will den Krisenfonds aufstocken.

Vor dem Hintergrund der weltweiten Börsen-Talfahrt wollen sich Frankreich, Deutschland und Spanien abstimmen. Dazu sei am Freitag ein Telefonat des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy mit Kanzlerin Angela Merkel und dem spanischen Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero geplant, teilte der Élysée-Palast in Paris am Donnerstagabend ohne weitere Einzelheiten mit.

Sarkozy hatte am Mittwoch und Donnerstag mit dem Chef der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, die Situation an den Börsen erörtert. Diese hatten zuletzt weltweit Verluste verzeichnet. Zudem waren Italien und Spanien unter den Druck der Märkte geraten.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hatte vorgeschlagen, den inzwischen 440 Milliarden Euro schweren Krisenfonds EFSF weiter aufzustocken. In einem am Donnerstag veröffentlichten Brief an die Staats- und Regierungschefs der 17 Euro-Staaten forderte Barroso die Regierungen zu einer “raschen Überprüfung aller Elemente des EFSF“ auf: Die Regierungen müssten sicherstellen, dass der Fonds “über die Mittel verfügt, um Ansteckungsgefahren zu bekämpfen“.

Wer ist im DAX?

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Eine Sprecherin Barrosos sagte dazu, mit “allen Elementen“ sei auch die Finanzausstattung des bisher über ein Volumen von 440 Milliarden Euro verfügenden Krisenfonds gemeint. “Wir müssen überlegen, wie wir die Effizienz des EFSF und des (ab 2013 an dessen Stelle tretenden) ESM weiter verbessern können, um die derzeitige Ansteckung zu bekämpfen“, schrieb Barroso. Keine Gegenliebe fand der Vorstoß in Berlin: Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums wies die Idee Barrosos zurück und warnte davor, eine Debatte aus der Zeit vor dem Krisengipfel neu zu beleben.

Der Kurs des Euro hat inzwischen seine Talfahrt vor dem Hintergrund der jüngsten Zuspitzung der europäischen Schuldenkrise am Freitag vorerst gestoppt. Im frühen Handel hielt sich die Gemeinschaftswährung stabil über der Marke von 1,41 US-Dollar bei 1,4115 Dollar. Ein Dollar kostete damit 0,7083 Euro. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,4229 (Mittwoch: 1,4300) Dollar festgesetzt. Im Verlauf der Woche ist der Euro damit in der Spitze um fast fünf Prozent abgerutscht.

Nach einem Zwischenhoch am Vormittag stürzte der Dax am Nachmittag deutlich unter 6400 Punkte - den tiefsten Stand des Jahres. Es war der siebte Handelstag mit Verlusten in Folge.

Die Lage am US-Aktienmarkt verschärfte sich am Donnerstag dramatisch: Der Dow Jones Industrial stürzte um mehr als 500 Punkte ab und fiel erstmals seit Dezember 2010 wieder unter die Marke von 11 400 Punkten. Damit unterbot er deutlich sein bisheriges Jahrestief, dass er im März während der sich zuspitzenden Reaktorkatastrophe in Fukushima erreicht hatte. Laut Händlern führten die Sorgen um das US-Wirtschaftswachstum global zu einer beschleunigten Flucht aus Aktienwerten. Marktteilnehmer warten nun mit besonders großer Anspannung auf den heute anstehenden US-Arbeitsmarktbericht.

Die negative Tendenz an den Börsen setzte sich am Freitagmorgen in Asien fort. Der Nikkei-Index in Tokio verlor bis zur Handelsmitte mehr als drei Prozent. Schwere Verluste erlitten auch die Aktienmärkte in Südkorea, Hongkong und Australien.

Die Rendite der zuletzt stark unter Druck geratenen italienischen Staatsanleihen sank wieder knapp unter die Marke von sechs Prozent. Die mit Spannung erwartete Rede von Regierungschef Silvio Berlusconi zum Sparpaket stieß allerdings auf ein verhaltenes bis negatives Echo. Das Euro-Krisenland Spanien schaffte am Donnerstag trotz der jüngsten Finanzmarkt-Verwerfungen eine vergleichsweise erfolgreiche Auktion bei seinen Staatsanleihen - allerdings zu den höchsten Preisen seit drei Jahren.

dpa

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