Schule: Typisch Jungs, typisch Mädchen?!

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In Mathe schneiden Mädchen und Jungen in der Grundschule noch gleich ab.

Berlin - Die Leistungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen beim Lesen wie beim Rechnen nehmen im Laufe der Schulzeit zu.

Dies zeigt eine am Dienstag veröffentlichte Auswertung von PISA-Daten und anderer Schulstudien durch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Deutschland unterscheidet sich dabei kaum von anderen Industriestaaten. Die Autoren machen dafür vor allem geschlechtsspezifische Vorurteile in der Gesellschaft verantwortlich. Ein klassisches Rollenbild von Mann und Frau präge bei Eltern wie Lehrern das jeweilige Förderverhalten und schlage sich später auch bei der Studienfach- oder der Berufswahl nieder.

Mathe schlecht, typisch Mädchen

Danach erzielen Jungen und Mädchen in Mathematik gegen Ende der Grundschulzeit fast die gleichen Ergebnisse. Im Alter von 15 Jahren zeigt sich jedoch ein anders Bild: Dann schneiden Jungen in fast allen untersuchten Ländern besser ab als Mädchen. Beim Lesen sind Mädchen bereits in der Grundschule überlegen. Dieser Unterschied verstärkt sich in der weiteren Schullaufbahn und ist in den Ergebnissen der Pisa-Studie ebenfalls deutlich zu erkennen. Dieses Muster spiegelt sich laut Sonderuntersuchung auch in der Motivation und den Einstellungen zu den verschiedenen Fächern wider: Mädchen lesen deutlich lieber als Jungen, sind aber gleichzeitig stärker um ihre Leistungen in Mathematik besorgt.

Dass diese Unterschiede eher auf Stereotype als auf unterschiedliche Begabung zurückzuführen sind, legen die Ergebnisse aus dem Bereich “Problemlösung“ nahe: Hier schneiden 15-jährige Mädchen ähnlich gut ab wie ihre männlichen Altersgenossen, während sie beim Lösen mathematischer Probleme hinter den Jungen zurückliegen. Die Studie schreibt diesen Unterschied dem Kontext zu, in dem mathematische Probleme in der Schule präsentiert werden, aber auch den Zweifeln der Mädchen an ihren mathematischen Fähigkeiten. Auch die Entscheidung über den weiteren Bildungsweg und Beruf scheint mehr von Stereotypen als von den tatsächlichen Fähigkeiten abhängig zu sein. So studieren zum Beispiel Mädchen deutlich häufiger Lebenswissenschaften wie Biologie als Jungen, obwohl sich die Leistungen in diesem Bereich kaum unterscheiden.

Lehrer und Familie gefordert

Der Bericht zeigt auch, dass Lehrkräfte deutlich mehr für die Gleichberechtigung der Geschlechter tun können. Sie brauchen dazu aber auch die Unterstützung aus der Gesellschaft. Lehrer müssten sich der Erwartungen, die sie gegenüber ihren Schülern haben, bewusstwerden, fordern die Autoren der Studie. “Sie müssen Strategien entwickeln, um das Selbstbewusstsein und die Motivation der Schülerinnen und Schüler in ihren schwachen Fächern zu stärken.“

AP /dpa

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