Wulff: Duisburger OB soll politische Verantwortung abwägen

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Bundespräsident Christian Wulff, seine Frau Bettina (li.) und die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft beim Gedenkgottesdienst für die Opfer der Loveparade-Katastrophe.

Berlin - Bundespräsident Christian Wulff hat sich nach der Katastrophe bei der Duisburger Loveparade indirekt für einen Rücktritt des Oberbürgermeisters Adolf Sauerland ausgesprochen.

Zwar gelte jeder als unschuldig, dessen Schuld nicht bewiesen sei, sagte Wulff der “Bild am Sonntag“. “Doch unabhängig von konkreter persönlicher Schuld gibt es auch eine politische Verantwortung.“ Das werde der Bürgermeister abwägen müssen. Gefragt nach einem Rat für Sauerland sagte Wulff: “Den würde ich ihm nur geben, wenn er mich darum bitten würde - und dann unter vier Augen.“

Wulff sprach sich angesichts des Unglücks mit 21 Toten dafür aus, einen Ombudsmann zu bestimmen, der sich um die Interessen der Hinterbliebenen kümmert. Auch über einen Hilfsfonds könne man nachdenken.

Gedenken an die Opfer der Loveparade

Gedenken an die Opfer der Loveparade

Von der Trauerfeier für die Toten der Loveparade zeigte sich Wulff beeindruckt. “Das Zusammenstehen in der unfassbaren Katastrophe ist eine eindrucksvolle Erfahrung, auch wenn Leid und Not nur wenig geschmälert werden können“, sagte er. Die Botschaft sei: “In der Not stehen wir zusammen. Ihr seid in eurer Trauer nicht allein.“ Alle Angehörigen hätten von großartiger Hilfe von Nachbarn und Freunden berichtet.

Bei der Loveparade in Duisburg kamen vor einer Woche bei einer Massenpanik 21 Menschen ums Leben, mehr als 500 wurden verletzt. Die Trauerfeier fand am Samstag in der Duisburger Salvatorkirche statt.

apn

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