Wien: Verletzte bei Protest gegen Akademikerball

+
Die Polizei geht gegen demonstrierende Menschen in Wien vor.

Wien - Die Sperrzone um die Wiener Hofburg ist größer als beim Besuch von US-Präsident Bush 2006. Wenn die rechte FPÖ zum Tanz bittet, geht das nur unter dem Schutz von einem Polizei-Großaufgebot.

Rund 6000 Menschen haben in Wien teils gewalttätig gegen den von der rechten FPÖ veranstalteten Akademikerball protestiert. Nach Angaben der Polizei wurden mehr als 20 Menschen verletzt, darunter fünf Polizisten, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA in der Nacht zum Samstag berichtete. 14 Menschen seien festgenommen worden. Die Sachbeschädigungen unter anderem durch Brandsätze seien erheblich, sagte ein Polizeisprecher. Zahlreiche Verdächtige seien kontrolliert worden. Mit mehreren Bussen waren Demonstranten auch aus Deutschland angereist.

Ein Großaufgebot der Polizei von 2000 Beamten hatte den Ball und seine Gäste geschützt. Rund um die Hofburg war angesichts von Ausschreitungen im Vorjahr ein Versammlungsverbot ausgesprochen worden. Das Vermummungsverbot galt sogar für große Teile der Stadt. Die eigentliche Sperrzone war größer als 2006 beim Besuch des damaligen US-Präsidenten Georg Bush. Journalisten und Medienverbände hatten gegen eingeschränkte Arbeitsbedingungen protestiert.

FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache sowie die anderen Gäste schafften es laut Polizei, unbehelligt in die Festräume zu gelangen. Der Akademikerball ist die Nachfolge-Veranstaltung des Balls der Burschenschaften. Dieser durfte nicht mehr in der Hofburg stattfinden. Der FPÖ als aktuell drittgrößter Partei im Parlament könne die Nutzung der Hofburg für Festivitäten nicht verboten werden, hieß es im Vorfeld.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion