Studie

Weniger Todesurteile in den USA

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Die Todesstrafen in den USA geht zurück.

Washington - Die Todesurteile und Exekutionen in den USA gehen zurück. Laut einer Studie wurden 2016 nur 31 neue Todesurteile verhängt.

Die Todesstrafe ist in den USA laut einer neuen Studie auf dem Rückzug: In diesem Jahr wurden deutlich weniger Todesurteile verhängt und weniger Menschen hingerichtet als 2015, wie die Menschenrechtsorganisation Death Penalty Information Center (DPIC) am Mittwoch erklärte. Auch die öffentliche Unterstützung für die Todesstrafe ging demnach laut Umfragen zurück.

Obwohl die Todesstrafe weiterhin in zwei Dritteln der Bundesstaaten legal ist, wurden in diesem Jahr laut DPIC nur 31 neue Todesurteile verhängt - ein Rückgang um 37 Prozent gegenüber 2015, als mit 49 Todesurteilen der niedrigste Stand seit 40 Jahren erreicht wurde.

20 Verurteilte wurden in diesem Jahr hingerichtet - das sind 29 Prozent weniger als 2015 und die niedrigste Zahl seit 1991. Die öffentliche Zustimmung zur Todesstrafe fiel laut DPIC ebenfalls auf den niedrigsten Wert seit 40 Jahren.

Exekutionen gab es in lediglich fünf der 31 Bundesstaaten, in denen die Todesstrafe legal ist. Georgia führt mit neun Hinrichtungen, gefolgt von Texas mit sieben, Alabama mit zwei sowie Florida und Missouri mit je einer Hinrichtung. Erstmals seit 40 Jahren erreichte kein Bundesstaat die Marke von zehn Exekutionen.

Das Jahr 2016 zeige, dass sich die USA "weiter von der Todesstrafe entfernen", erklärte das DPIC. Zum Rückgang der Exekutionen beigetragen hat allerdings auch eine Knappheit von Medikamenten für Hinrichtungen: Weil sich europäische Pharmafirmen weigern, das zuvor eingesetzte Betäubungsmittel Pentobarbital zu liefern, greifen die US-Behörden derzeit auf kaum erprobte Giftmischungen zurück.

Vor zwei Jahren hatte die unter fürchterlichen Qualen vollzogene, 40-minütige Hinrichtung eines Verurteilten durch eine Giftspritze eine heftige Kontroverse ausgelöst und die Debatte über die Hinrichtungsmethoden und auch die Todesstrafe in den USA angeheizt.

afp

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