Weltgrößter Lutscher wiegt drei Tonnen

+
Helfer verladen in New York den größten Lutscher aller Zeiten.

New York - 236 Weltrekorde hat der New Yorker Ashrita Furman (54) schon erzielt. Jetzt stellt er auch noch den größten Lutscher aller Zeiten vor.

3041 Kilogramm wiegt das monumentale Zuckerwerk, fast eine Tonne mehr als der bisherige Super-Lolli mit “nur“ 2158 Kilo. Fast ein Jahr hatte Ashrita mit seinen 50 Helfern experimentiert, bis er alle Kniffe heraus hatte: Tonnen von Zucker und Maissirup, Töpfe mit einem Fassungsvermögen von knapp 400 Litern für die klebrige Masse, die richtige Temperatur auf dem Herd und zum Härten.

Bei einem der unzähligen Versuche war ihm ein Probeexemplar im Garten davon geschmolzen. Ein anderes Mal machten sich Myriaden von Biene und Wespen über das Naschwerk her. Am Donnerstagabend (Ortszeit) war es endlich so weit: Mit einem Kran richteten Ashrita und sein Team das süße Meisterwerk im New Yorker Stadtteil Queens auf. 7,5 Meter hoch ragt der Rekordlutscher auf seinem Metallstiel - bei einem Durchmesser von drei Metern. Er ist dem spirituellen Führer, Poeten, Maler und Komponisten Sri Chinmoy gewidmet, der am Donnerstag 78 Jahre alt geworden wäre.

Meditation gibt ihm Kraft

Chinmoy hatte bis zu seinem Tod im Oktober 2007 selbst zahlreiche Rekorde aufgestellt: Er stemmte Diplomaten der Vereinten Nationen, Motorboote und sogar Flugzeuge. Sein Schüler Ashrita wurde im April als Rekordhalter von Guinness-Weltrekorden geehrt: Er verteidigte damals 100 aktuelle Rekordtitel gleichzeitig. Eine Leistung, die noch niemand vor ihm erbracht hatte. Inzwischen wurde Ashrita in zwei Disziplinen überholt und hält - den weltgrößten Lolli nicht mitgerechnet -“nur noch“ 98 gültige Guinness-Rekordtitel.

Seine Inspiration und die Kraft gewinnt Furman, wie er der Deutschen Presse-Agentur dpa in New York erläuterte, aus der Meditation. Eine halbe Stunde am Morgen und eine am Abend reichten aus, um ihn zu immer neuen Herausforderungen an seinen Körper und Geist zu beseelen. Dabei wuchs der Sohn eines jüdischen Geschäftsmannes alles andere als heldenhaft auf. Als Kind wurde er wegen seiner Unsportlichkeit gehänselt. Vor dem Schlafen las er unter der Bettdecke versteckt in dem Buch, das seine Mutter als “silly“ abtat, und träumte davon, sich eines Tages einen Eintrag im Guinness Buch der Weltrekorde zu verdienen. Aus dem Traum wurde Realität, als er auf Sri Chinmoy traf und von dem indischen Guru lernte, mit Hilfe von Meditation, Atem- und Visualisierungstechniken über sich hinauszuwachsen.

1979 gelang ihm der erste Eintrag ins Guinness Buch

Sri Chinmoy lud den völlig untrainierten jungen Mann damals zu einem Fahrradrennen im New Yorker Central Park ein und bestimmte gleichzeitig das Ziel: 400 Meilen in 24 Stunden. Ashrita hatte nicht mehr als zehn Tage, um sich auf das Rennen vorzubereiten. Er war fest überzeugt, die Aufgabe nicht lebend zu überstehen. “Ich schloss sogar mein Testament ab“, gibt er lachend zu. Am Ende schaffte er sogar 405 Meilen - 652 Kilometer - und fuhr als Dritter durchs Ziel. Seitdem fühlt sich der drahtige Junggeselle, der wochentags ein Reformhaus in seiner Nachbarschaft führt, von jeder Hürde angezogen, mag sie auch noch so ungewöhnlich sein. “Mir gefällt es, wenn ein Rekord verrückt erscheint“, sagt Ashrita. “Dann schmunzeln die Leute und amüsieren sich, obwohl sie genau wissen, wie schwer er zu erzielen war.“

1979 gelang ihm der erste Eintrag im Guinness Buch mit 27 000 Hampelmann-Übungen an einem Stück. 1986 schlug er Purzelbäume über eine Strecke von knapp 20 Kilometern, ein anderes Mal schob er ein Auto gut 28 Kilometer in einer Zeit von 24 Stunden vor sich her. Zum Sinn seines Strebens gefragt, sagt Ashrita: “Es will meinen Mitmenschen zeigen, dass es keine Grenzen für unser Tun gibt.“

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare