Vulkanasche-Wolke vier Kilometer dick

Oberpfaffenhofen - Die Vulkanasche-Wolke, wegen der Flughäfen in Großbritannien und Irland geschlossen bleiben müssen, ist vier Kilometer dick. Das ergab ein Messflug am Sonntag.

Die Vulkanasche-Wolke über dem Norden Großbritanniens ist nach neuesten Messungen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) etwa vier Kilometer dick. Sie habe sich im Luftraum zwischen 3000 und 7000 Metern ausgebreitet, sagte DLR- Sprecher Andreas Schütz am Sonntagabend nach Rückkehr eines Messflugzeugs nach Oberpfaffenhofen bei München. “Die ersten Daten haben wir den Behörden in Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland bereits online zur Verfügung gestellt“, sagte Schütz.

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Eine genauere Auswertung sei in den kommenden Tagen geplant. Nach Angaben von Schütz ist die Maschine vom Typ Falcon aus Oberpfaffenhofen inklusive der Mannschaft momentan das einzige einsatzbereite Messflugzeug in ganz Europa. Deswegen habe das DLR Großbritannien seine Hilfe angeboten. Das Team operierte im Luftraum entlang der schottisch-englischen Grenze. In den vergangenen Tagen waren viele Flughäfen in Großbritannien geschlossen worden, Londons Flughäfen waren davon jedoch nicht betroffen. So weit reiche die Wolke nicht, sagte Schütz.

Britischer Luftraum bleibt teilweise dicht

Der Luftraum über Großbritannien bleibt mindestens bis zum frühem Montagmorgen wegen gefährlicher Vulkanasche teilweise gesperrt. Während London zunächst nicht betroffen war, wurden am Sonntag Flughäfen in Manchester, Birmingham, Liverpool, Leeds sowie in Teilen Schottlands und in der britischen Provinz Nordirland geschlossen, teilte die britische Flugsicherung NATS mit. Die Einschränkungen für den Flugverkehr sollten bis mindestens 2.00 Uhr (MESZ) gelten. Auch Irland war betroffen: In Dublin sollten bis voraussichtlich 10.00 (MESZ) die Maschinen stillstehen.

Das britische Transportministerium warnte am Sonntagabend, dass es bis mindestens Dienstag Einschränkungen für Flüge geben könnte. Erst dann werde erwartet, dass sich der Wind dreht und die Vulkanasche wieder von den britischen Inseln vertreibt. Der Präsident der Fluglinie Virgin Atlantic, Sir Richard Branson, kritisierte die Schließung des Flughafens in Manchester. “Alle Testflüge von Fluggesellschaften, Flugzeug- und Motorenherstellern haben bislang keine Beweise gebracht, dass die Fluglinien nicht in kompletter Sicherheit normal weiterfliegen können“, sagte Branson am Sonntag. “Über tausend Flüge sind vergangene Woche in Frankreich unter ähnlichen Bedingungen gestartet.“

Ein Sprecher von British Airways (BA) forderte, die Fluggesellschaften sollten selbst entscheiden können, ob sie fliegen oder nicht. Die britische Luftfahrtbehörde CAA wehrte sich gegen die Vorwürfe: Die Sicherheit der Passagier habe absoluten Vorrang. Bereits am Sonntagmorgen waren Teile des Luftraums über Irland und der britischen Provinz Nordirland geschlossen worden. Dazu gehörten Belfast, Shannon, Donegal und Sligo. Später kamen auch das englische Doncaster und das schottische Prestwick hinzu. Ob die Asche Richtung London weiterziehe, hänge vom Wetter ab und sei noch nicht klar, hieß es von den Behörden. Wenn überhaupt werde dort aber erst von Dienstag an mit Problemen gerechnet. Die zuständige britische Wetterbehörde gibt seit diesem Wochenende Vorhersagen von bis zu fünf Tagen über die Situation des Luftraums und die Einflüsse der Aschewolke heraus.

dpa

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