Vatikan: Richtlinien gegen sexuellen Missbrauch

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Papst Benedikt XVI. will bei der Auswahl und Ausbildung der Priester bereits vorbeugen.

Rom - Der Vatikan verschärft den Kampf gegen sexuellen Missbrauch. In einem am Montag veröffentlichten Rundbrief wird die Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen verlangt.

Nach der Welle von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche gibt der Vatikan den Bischofskonferenzen jetzt neue Leitlinien im Kampf gegen dieses schwere Vergehen vor.

Ein am Montag in Rom veröffentlichter Rundbrief der Glaubenskongregation stellt die Sorge um minderjährige Opfer sexuellen Missbrauchs durch Kleriker ins Zentrum. Er verlangt die Zusammenarbeit mit staatlichen Behörden bei einer Anzeigepflicht für solche Verbrechen.

Auswahl und Ausbildung der Priester und Ordensleute sollen einer Vorbeugung von Missbrauch dienen, wie von Papst Benedikt XVI. wiederholt gefordert. In Deutschland rennen die neuen Leitlinien aus Rom praktisch offene Türen ein. Denn nach dem größten Missbrauchsskandal in der deutschen katholischen Kirche hatten die Bischöfe bereits Ende August 2010 ihre Vorschriften verschärft.

So soll künftig bei jedem Verdacht auf sexuellen Missbrauch die Staatsanwaltschaft eingeschaltet werden. Die Anzeigepflicht entfällt nur dann ausnahmsweise, wenn das Opfer es ausdrücklich wünscht. Rom nahm die Vorschriften positiv zur Kenntnis.

dpa

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