UN-Bericht: Mafia wird zur globalen Gefahr

New York - Organisierte Banden, die mit Menschen, Drogen oder illegalen Waffen handeln, sind UN-Ermittlungen zufolge zu einer globalen Gefahr geworden. Ihr Einfluss sei immens.

Sie verfügten über enorme wirtschaftliche Macht und scheuten sich nicht, Waffen und Gewalt anzuwenden, heißt es in einem Bericht des UN-Büros für Drogen und Verbrechen (UNODC).

Pompöse Beerdigung für russischen Mafia-Fürsten

Russland: So pompös wird ein Mafia-Fürst beerdigt

Internationale Mafias “haben das Geld, Wahlen zu kaufen und Politiker sowie Militärs zu bestechen“, warnte UNODC-Direktor Antonio Maria Costa am Donnerstag in New York.

Sie “sind eine Gefahr für den Frieden und die Sicherheit und bedrohen sogar die Souveränität von Ländern“.

Allein in Europa werden 140 000 Opfer des internationalen Menschenhandels sexuell ausgebeutet, ermittelten die UNODC-Fahnder. Das Geschäft mit Frauen und Kindern bereichere organisierte Banden jährlich um drei Milliarden Dollar (2,4 Milliarden Euro). “Weltweit werden moderne Sklaven zu Preisen gehandelt, die de facto nicht höher sind als die für Sklaven vor hunderten Jahren“, sagte Costa.

Europa sei auch der gewinnträchtigste Markt für Heroin mit einem Umsatz von jährlich 20 Milliarden Dollar (16 Milliarden Euro), heißt es in dem Bericht. In Europa werde zudem das meiste Geld mit Drogen gemacht: Händler auf der mittleren Ebene sahnen demnach etwa 70 Prozent des Gewinns ab.

dpa

Rubriklistenbild: © ap

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare