Trotz Anruf aus Kofferraum: Entführte ist tot

Oslo - Aus dem Kofferraum ihres Entführers rief eine mutige Frau mit dem Handy die Polizei. Doch die Ermittler suchten drei Wochen vergeblich nach ihr. Jetzt ist klar: Sie wurde getötet.

Der verzweifelte Handy-Notruf einer Entführten mit genauer Täterbeschreibung aus dem Kofferraum eines Autos hat dem Opfer am Ende nichts geholfen. Drei Wochen nach der Entführung in Oslo fand die norwegische Polizei jetzt die Leiche der 26-jährigen Faiza Ashraf in einem Wald nahe der Stadt Asker.

Wie am Donnerstag mitgeteilt wurde, führte das Geständnis des 25-jährigen Kidnappers zu der Toten. Der Mann gab zu, die Abteilungsleiterin eines Osloer Bekleidungshauses getötet zu haben, bestritt aber jede Mordabsicht. Inhaftiert ist auch ein 28-jähriger Taxifahrer, der die Entführung in Auftrag gegeben haben soll.

Die junge Frau hatte am 3. Februar morgens um 6.44 Uhr die Notrufzentrale angerufen und flüsternd von ihrer Entführung berichtet: Sie sei auf dem Weg zur Arbeit von einem “hellen, kurzhaarigen und kräftigem Mann mit rollendem R“ überfallen und in den Kofferraum eines Autos gesperrt worden.

Er habe ihr gesagt, dass er von einem Pakistani 120 000 Kronen (12 000 Euro) für die Entführung bekomme. Ashraf hatte erklärt, der mutmaßliche Auftraggeber sei seit einiger Zeit von ihr “besessen“.

Um 7.20 Uhr brach der Telefonkontakt ab. Trotz der schnellen Ortung des Handys blieb die Suche der Polizei drei Wochen lang erfolglos.

Die Behörden nahmen aufgrund der Angaben des Entführungsopfers innerhalb von zwei Tagen einen 28-jährigen Norweger mit pakistanischem Migrationshintergrund als mutmaßlichen Auftraggeber fest. Er bestreitet jede Beteiligung. Der eine Woche später inhaftierte Mordverdächtige brach in dieser Woche sein Schweigen. Das Opfer wurde noch am Tag der Entführung getötet.

dpa 

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