Tödlich: Das Fast-Food der Götter vom Nil

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Die Goldmaske des Pharaos Tutanchamun.

Manchester - Lebe wie die Götter, und Du wirst ein frühes Ende finden. Ägyptologen aus Manchester haben entdeckt, dass die Bankette zu Ehren der Götter für die Priester tödlich waren.

Die Priester im alten Ägypten genossen ein luxuriöses - und offenbar auch recht kurzes Leben. Die reichen Bankette, die sie für ihre Götter Isis, Osiris und Co. feierten, strotzten vor Fett und verstopften die Arterien und Herzkranzgefäße der Priesterschaft. Das haben jetzt Ägyptologen und Mediziner der Universität Manchester herausgefunden.

Hieroglyphen an Tempelwänden verraten, dass den Göttern dreimal am Tag Speisen wie Gänsefleisch, Wein, Bier und Kuchen geopfert wurden. Nach der Zereomie teilten die Priester die Opfergaben unter sich auf und nahmen sie mit heim zu ihren Familien. In Mumien von Priesterfamilien entdeckten die Forscher um Rosalie David, dass die Priester und ihre Familien unter Arteriosklerose und zu viel Fett und Calcium in den Arterien litten.

"Lebe we die Götter - und Du wirst mit Deiner Gesundheit bezahlen", sagt Ägyptologin David. Ihre Studie veröffentlicht die Fachzeitschrift "The Lance" am 27. Februar.

"Diesist ein unmissverständlicher Beweis dafür, das Ateriosklerose eine Krankheit aus der Antike ist, die durch die Ernährung verursacht wird", sagt der Medizinier und Co-Autor Tony Heagerty. "Ihre epidemieartige Verbreitung seit dem 20 Jahrhundert bedeutet nichts anders als dass Geschichte sich wiederholt."

Die meisten Menschen in dem Pharaonen-Reich hatten diese Gesundheits-Probleme wahrscheinlich kaum. Der einfache Bauer ernährte sich von Getreide und Gemüse.

Die Ergebnisse unterstützen die Vermutung, dass Arteriosklerose eine Zivilsationskrankheit ist. Die Forscher haben CT-Aufnahmen von 22 Mumien aus höheren gesellschaftlichen Schichten untersucht. In 16 Fällen ließen sich noch das Herz oder Arterien erkennen, und in neun dieser Mumien waren die Gefäße verkalkt.

Kolja Kröger

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