Suche im Stadtarchiv soll weitergehen

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Nur noch ein Trümmerhaufen: das im März 2009 eingestürzte Stadtarchiv in Köln.

Köln -­ Die Suche nach verschütteten Dokumenten im Kölner Stadtarchiv soll weitergehen. Der Plan für die weiteren Bergungsarbeiten steht.

Nach rund zweiwöchiger Unterbrechung hat die Stadt Köln am Freitag ihr Konzept für das weitere Vorgehen mitgeteilt. Die Kosten liegen bei rund 4 Millionen Euro. Eine Sicherungswand soll den Einsturztrichter stabilisieren und die Suche bis zu zehn Meter unter dem Grundwasserspiegel ermöglichen. In dieser Tiefe werden die letzten verschütteten Archivalien vermutet.

Nur noch ein Trümmerhaufen

Stadtarchiv in Köln eingestürzt

Die Bergungsarbeiten könnten in etwa 15 Monaten beendet sein. An diesem Montag werde der Hauptausschuss entscheiden, bestätigte die Stadt einen Bericht des “Kölner Stadtanzeigers“. Die Feuerwehr hatte Ende Juli die Bergungsarbeiten vorläufig gestoppt. Die Suche war zu gefährlich geworden. Immer mehr Sand und Kies drohten in den Einsturztrichter nachzurutschen. Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma ( CDU ) empfiehlt dem Ausschuss laut Vorlage trotz hoher Kosten die Bergung fortzuführen. Ansonsten würde man der Stadt möglicherweise vorwerfen, die Vernichtung von Archivgut in Kauf zu nehmen.

“Ein Verzicht auf diese Maßnahmen würde wichtiges Kulturgut und einen Teil des “Kölner Gedächtnisses“ für immer verloren geben und einen national wie international kaum abzuschätzenden kulturpolitischen Schaden anrichten“, stellte Schramma in einer Mitteilung fest. Die bisherigen Bergungsarbeiten haben bereits mehr als sechs Millionen Euro gekostet. Rund 90 Prozent des verschütteten Archivguts wurden bisher gefunden. Unter den restlichen zehn Prozent vermutet die Stadt unter anderem Teile des Nachlasses von Nobelpreisträger Heinrich Böll sowie Handschriften des Komponisten Giuseppe Verdi. Die Versicherungssumme des noch zu bergenden Archivguts liegt Schätzungen zufolge in einer Höhe von 26,5 Millionen Euro.

Das Historische Stadtarchiv war am 3. März eingestürzt. Ein Zusammenhang mit dem Bau einer neuen U-Bahn-Strecke gilt als wahrscheinlich. Die genaue Ursache und die Frage der Verantwortung für das Unglück, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen, sind bislang nicht geklärt.

dpa

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