Stahlbetonglocke liegt jetzt auf Ölleck

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Experten lassen derzeit die über 100 Tonnen schwere Stahlkuppel auf den Meeresgrund.

Washington - Eine 100 Tonnen schwere Stahlbetonglocke liegt jetzt über dem größten Ölleck im Golf von Mexiko.

Ein Sprecher des Ölkonzerns BP teilte am Freitag mit, die Konstruktion sei in rund 1.500 Metern Tiefe auf den Meeresboden abgesenkt worden. Es werde noch rund zwölf Stunden dauern, bis sie stabil stehe. Alles scheine nach Plan zu laufen. So sollen bis zu 85 Prozent des austretenden Öls aufgefangen werden.

Hier wird die Stahlbetonkuppel abgesenkt

Hier wird die Stahlbetonkuppel abgesenkt

Die zwölf Meter hohe Stahlbetonglocke wurde mit Unterwasserrobotern an ihre Position auf dem Meeresgrund gebracht. So bald sie sicher steht, sollen mit den Robotern Rohre angeschlossen werden, um das weiter aus dem defekten Bohrloch austretende Öl abzusaugen und in einen Tanker an der Wasseroberfläche zu pumpen. Sollte das Vorgehen erfolgreich sein, dann soll noch eine zweite Stahlbetonglocke auf ein zweites, kleineres Leck angesenkt werden.

Parallel prüfen BP-Ingenieure weiter, ob das Leck auch mit der sogenannten “Top-Kill“-Methode abgedichtet werden könnte. Dabei wird ein Gemisch aus Lehm und Beton direkt in die Quelle gepumpt, wie ein BP-Sprecher erläuterte. Dazu werden von der Seite her Bohrungen angebracht.

Aus den Lecks am Meeresgrund sprudeln seit dem Untergang der Bohrinsel “Deepwater Horizon“ Ende April täglich rund 800.000 Liter Öl, insgesamt sind es vermutlich schon rund 11,4 Millionen Liter.

Ursache der folgenschweren Explosion auf der gesunkenen Bohrinsel war offenbar eine Methangasblase und eine Serie von Pannen. Das geht aus einer internen Untersuchung des Ölkonzerns BP auf der Grundlage von Interviews mit Arbeitern der Plattform hervor. Das Methangas stieg demnach plötzlich vom Meeresboden das Bohrgestänge empor, durchbrach mehrere Sicherungen und Sperren, bevor es dann explodierte. Bei dem Unglück am 20. April kamen elf Arbeiter ums Leben. Die Bohrinsel ging zwei Tage später unter.

dapd

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