Horror-Beben: Tod und Zerstörung auf Haiti

Port-au-Prince - Haiti ist vom schwersten Erdbeben seit 200 Jahren erschüttert worden. Vom Präsidentenpalast bis zu Hütten in den Vorstadtslums stürzten unzählige Gebäude ein. Es werden tausende Tote befürchtet.

Lesen Sie auch:

Welthungerhilfe befürchtet tausende Tote

Stichwort: Haiti

Die schwersten Erdbeben der vergangenen 50 Jahre

Keine medizinische Versorgung in Haiti

Reiseverband: Keine Touristen von Erdbeben betroffen

Westerwelle sagt Haiti rasche Hilfe zu

Kouchner: Chef der UN-Mission vermutlich tot

UN von Erdbeben schwer betroffen

Der Karibikstaat Haiti ist am Dienstag von einem massiven Erdbeben der Stärke 7,0 erschüttert worden. Bislang machten die Behörden Haitis und der benachbarten Dominikanischen Republik keine Angaben über etwaigen Schäden oder mögliche Opfer. Es sei zwar derzeit unmöglich zu sagen, “wie viele Tote es gegeben hat, aber die Schäden sind gewaltig“, berichtete die Nachrichtenagentur Haiti Press Network (HPN) in der Nacht zum Mittwoch. Auf Fernsehbildern war zu sehen, dass in der Millionenstadt zahlreiche Gebäude eingestürzt sind, auch der Präsidentenpalast im Zentrum der Metropole wurde zu großen Teilen zerstört. Überall auf den Straßen lagen blutüberströmte Verletzte. Helfer versuchten, mit bloßen Händen Verletzte aus den Trümmern zu bergen.

Drama: Hunderte Tote und etliche Häuser zerstört

Erdbeben in Haiti: Tausende Tote befürchtet

Hier können Sie für die Erdbebenopfer spenden!

Der haitianische Botschafter in den USA, Raymond Joseph, befürchtet, dass das Erdbeben der Stärke 7,0 in seiner armen Heimat eine “Katastrophe von größeren Ausmaßen“ ist. Joseph sagte dem US-Nachrichtensender CNN am Dienstag weiter, er habe wenig Informationen über das Ausmaß der Schäden, jedoch habe ihm ein Regierungsbeamter gesagt, es seien Häuser eingestürzt. Joseph sagte, “Das einzige, was ich jetzt tun kann, ist beten und das Beste erhoffen“.

Wie CNN berichtet, folgten auf das Hauptbeben kurze Zeit später zwei weitere, schwächere Nachbeben der Stärke 5,9 bzw. 5,5. 

Ein amerikanischer Regierungsbeamter, der zurzeit den verarmten Staat besucht, berichtete, mehrere Häuser seien in eine Schlucht gestürzt. “Sie ist voller eingestürzter Mauern, Trümmer und Stacheldraht“, sagte Henry Bahn vom US-Landwirtschaftsministerium.

Nach Angaben des seismologisch-geologische Institut der USA lag das Epizentrum etwa 16 Kilometer westlich der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince in 10 Kilometer Tiefe. Das Beben habe sich um 16.53 Uhr Ortszeit ereignet. Für mehrere Karibikstaaten wurde eine Tsunami-Vorwarnstufe ausgerufen. Neben Haiti auch für die Küsten von Kuba, den Bahamas und der Dominikanischen Republik. Rund zwei Stunden nach dem Beben hat das Pacific Tsunami Warning Center die Tsunami-Warnung wieder aufgehoben.

Naturkatastrophen: Die gefählichsten Länder der Erde

Naturkatastrophen: Das sind die gefährlichsten Länder der Erde

Viele Menschen liefen in Santo Domingo und auch in Port-au-Prince in Panik auf die Straßen. Haiti ist das ärmste Staat in der westlichen Hemisphäre. In dem rund neun Millionen Einwohner zählenden Land sind seit 2004 UN-Friedenstruppen in Einsatz. Die Einheit setzt sich aus rund 7000 Soldaten aus 18 Ländern zusammen.

Eine Überlebende berichtete in der Nacht zum Mittwoch, über der Stadt türme sich eine riesige Staubwolke. “Es ist schrecklich“, schrieb sie in einer E-Mail. Telefongespräche waren nicht möglich, weil die Netze zusammengebrochen waren. An mehreren Stellen in Port- au-Prince brachen Feuer aus - vermutlich weil Gasleitungen geplatzt waren.

USA bieten Haiti nach Beben Hilfe an

US-Präsident Barack Obama hat dem armen Karibikstaat Haiti die Hilfe seines Landes angeboten. Obama erklärte am Dienstag in Washington, die USA würden die Entwicklung genau beobachten und sie seien bereit, den Haitianern zu helfen. Der Präsident beauftragte seinen Stab, sich für humanitäre Hilfe bereit zu halten, falls sie gebraucht werde. Auch andere Regierungsstellen und das Militär arbeiten daran, nötigenfalls eingreifen zu können.

dpa/apn/len

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare