Schicksal der Jemen-Geiseln weiter unklar

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Keine Spur von den entführten Deutschen im Jemen.

Dresden - Auch ein Jahr nach ihrer Entführung ist das Schicksal von drei Deutschen und einem Briten im Jemen weiter völlig unklar. Zwei deutsche Kinder sind vor wenigen Wochen frei gekommen.

Es gebe leider keine neuen Erkenntnisse, sagte der Pfarrer Reinhard Pötschke als Sprecher der deutschen Familie am Mittwoch dem DAPD. Auch die Freilassung der beiden deutschen Mädchen Lydia und Anna vor wenigen Wochen habe bislang keine weiteren Hinweise auf den Verbleib der anderen Geiseln ergeben. Die Situation sei sehr bedrückend, sagte Pötschke, der Schwager des entführten Familienvaters aus Sachsen ist. “Aber wir geben die Hoffnung nicht auf.“

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Der aus der Lausitz stammende Johannes Hentschel hatte mit seiner Frau Sabine für eine christliche Hilfsorganisation in einem jemenitischen Krankenhaus gearbeitet. Am 12. Juni 2009 war das Paar mit seinen drei Kindern und einem Briten, zwei Bibelschülerinnen aus Niedersachsen und einer Südkoreanerin in der nordjemenitischen Provinz Saada verschleppt worden. Die beiden Bibelschülerinnen und die Südkoreanerin wurden ermordet aufgefunden. Die beiden sechs und vier Jahre alten deutschen Mädchen kamen vor vier Wochen frei. Ihre Eltern, ihr kleiner Bruder Simon sowie der Brite werden weiter vermisst.

In Bautzen ist am Samstag, genau ein Jahr nach der Entführung, ein Fürbittgottesdienst für die Vermissten geplant. Pötschke sagte, den beiden mit Hilfe saudischer Sicherheitskräfte freigekommenen vier und sechs Jahre alten Mädchen gehe es “den Umständen entsprechend gut“. Sie seien auf einem guten Weg, benötigten aber angesichts der dramatischen Ereignisse noch viel Zeit und Ruhe. Die Kinder leben derzeit bei einer ihrer Tanten in der Lausitz, die selbst Kinder hat.

dapd

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