Sarkozy: Schwächeanfall beim Sport

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Erlitt Schwächeanfall beim Sport: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy.

Paris - Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat am Sonntag beim Sport einen Schwächeanfall erlitten.

Sarkozy wurde per Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht, wo er nach Angaben seines Büros die Nacht verbringen sollte. Es habe sich um einen harmlosen Kreislaufkollaps gehandelt, erklärte Gesundheitsministerin Roselyne Bachelot. Sein Büro wies am Abend Berichte zurück, wonach Sarkozy bei dem Schwächeanfall das Bewusstsein verloren habe. Seine Testwerte seien normal.

Gleichwohl lösten die Meldungen Sorge um den Staatschef aus. Premierminister François Fillon kehrte umgehend aus dem Wochenende zurück, um sich um die Geschäfte zu kümmern. “Der Präsident ist bei vollem Bewusstsein, der Schwächeanfall dauerte nicht sehr lange“, sagte der Generalsekretär des Élysée-Palastes, Claude Guéant. Der Vorfall ereignete sich Sonntagmittag, als Sarkozy bei sommerlichen Temperaturen an seinem Wochenendsitz “Lanterne“ im Park von Versailles einen Dauerlauf machte. Anschließend wurde der 54-jährige Staatschef per Hubschrauber zu Untersuchungen ins Pariser Krankenhaus Val de Grace gebracht.

“Er spricht normal mit dem Pflegepersonal“, sagte Guéant. Sarkozys Frau Carla Bruni sei an seiner Seite. Sarkozy joggt regelmäßig und ist auch ein begeisterter Radfahrer. Bei seinen jüngsten Auftritten machte er einen gesunden Eindruck, erst am Mittwoch hatte er der Tour de France einen Besuch abgestattet. Die letzten Informationen über seinen Gesundheitszustand datieren vom 3. Juli. Damals gab der Élysée-Palast bekannt, dass bei Untersuchungen normale Herz-Kreislauf- und Blutwerte festgestellt worden seien.

Gesundheitsministerin schickt per TV Genesungsküsschen

Sarkozy ist nicht der erste Präsident, der beim Joggen kollabiert ist: Der frühere US-Präsident Jimmy Carter erlitt 1979 einen Schwächeanfall beim Laufen. Am folgenden Tag bescheinigte ihm sein Leibarzt schon wieder eine “exzellente Form“. Ex-US-Präsident George W. Bush verletzte sich beim Mountainbike-Fahren. Sarkozys Krise sorgte für Anteilnahme im In- und Ausland. Gesundheitsministerin Bachelot schickte ihm per Fernsehinterview ein “dickes Küsschen“, damit er rasch wieder auf die Beine komme.

Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi wünschte in einem Telegramm baldige Genesung. Die Gesundheit des Präsidenten ist in Frankreich ein heikles Thema. Während des Wahlkampfes hatte Sarkozy versprochen, im Fall seiner Wahl regelmäßig über seinen Zustand zu informieren. Er kündigte einen offeneren Umgang an.

Mehrere seiner Vorgänger hatten die Bevölkerung über ihre teils schweren Krankheiten im Unklaren gelassen. Allerdings hatte auch Sarkozy im Oktober 2007 einen chirurgischen Eingriff am Hals verheimlicht. Erst nach Medienberichten bestätigte sein damaliger Sprecher David Martinon die Behandlung - mit dreimonatiger Verspätung.

ap

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