Flugzeugabsturz

1000 Menschen trauern in Rio um Opfer

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1000 Menschen kamen zur Trauerfeier für die Opfer des Flugzeugabsturzes in Rio de Janeiro.

Rio de Janeiro - In einer bewegenden Trauerfeier haben in Rio de Janeiro fast 1000 Menschen, darunter zahlreiche Angehörige, der 228 Opfer des Flugzeugunglücks im Atlantik gedacht.

Unter den Trauergästen waren am Donnerstag auch Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner und dessen brasilianischer Amtskollege Celso Amorim. Kouchner war kurz zuvor auf Rios internationalem Flughafen Tom Jobim gelandet. Von dort war der Unglücks-Airbus der Air France am Sonntagabend mit Ziel Paris gestartet, wo er nie ankam.

Bilder der Trauerfeier in Paris

Bilder von der Trauerfeier für die Opfer des Flugzeugabsturzes

Der Schmerz und der enorme Druck der vergangenen Tage war den Familien und Freunden der Opfer des Flugzeugabsturzes anzusehen. Viele weinten, verbargen ihr Gesicht hinter den Händen während der rund einstündigen ökumenischen Trauerfeier in der Kirche Igreja Candelária in Rios Stadtzentrum. Christliche, jüdische und muslimische Geistliche hielten kurze Ansprachen und versuchten Trost zu spenden.

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Für Freitag hat das Erzbistum Rio eine katholische Trauermesse angekündigt, an der auch Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva teilnehmen will, der am Donnerstag erst von einer viertägigen Lateinamerika-Reise nach Brasilien zurückkehrte. In die aus dem 19. Jahrhundert stammenden Kirche mit beeindruckender Barock-Fassade waren am Donnerstagmorgen (Ortszeit) hunderte Menschen geströmt. Am Eingang warteten zahlreiche Journalisten und Kameras. Den wenigsten war nach Interviews zu Mute.

Die noch im Hotel Windsor im entlegenen Stadtteil Barra da Tijuca untergebrachten Angehörigen wurden mit Bussen zu der Kirche gebracht, wo für sie Bänke reserviert waren. Die Feier wurde mit der französischen und der brasilianischen Nationalhymne eröffnet. Amorim sprach den Angehörigen die Solidarität der brasilianischen Regierung aus. Diese Tragödie lasse niemanden gleichgültig.

Rios Bürgermeister Eduardo Paes sprach einige Worte, brach dann aber in Tränen aus: Er verlor bei dem Unglück seinen Mitarbeiter und Freund Marcelo Parente. “Dies ist ein sehr trauriger Augenblick, vor allem für die Freunde und Familien. Ich sehe mich als Teil der Familie eines der Opfer.“ Es gilt aus ausgeschlossen, dass ein Flugzeuginsasse das Unglück überlebte. “Die Hoffnung ist sehr gering, es gibt sie noch“, sagte Mauro Chavez, dessen Freundin an Bord des Airbus war.

dpa

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