Fakt oder Fiktion?

Rapper "gesteht" Doppelmord in Song

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Hat ein US-Rapper in einem Lied einen echten Doppelmord gestanden?

Newport - Ein US-Rapper brüstet sich in einem seiner Songs mit einem Doppelmord. Jetzt wird er verdächtigt, das Verbrechen, das er detailliert beschreibt, tatsächlich begangen zu haben.

Rapper Antwain Steward gehört nicht zu den Großen der Branche, doch einer seiner Songs hat ihm jetzt eine gewisse Berühmtheit eingebracht - und möglicherweise bald die Todesstrafe. Die Polizei glaubt, dass der Doppelmord, von dem der 22-Jährige singt, kein Produkt seiner Fantasie ist. Die Ermittler halten ihn für den Täter in einem sechs Jahre alten Fall.

Der Musiker mit dem Künstlernamen "Twain Gotti" beschreibt laut dem Online-Magazine "Gawker" in dem Lied "Ride Out" detailliert, wie er einen jungen Mann nach einem handfesten Streit fesselt, erschießt und sich anschließend über sein Opfer lustig macht. Dabei erwähnt er unter anderem den Ort und die Zeit des Verbrechens - die Terrasse eines Hauses um Mitternacht - sowie Kaliber und Fabrikat der Tatwaffe, einer .357er Smith&Wesson.

Das Lied erschien bereits vor vier Jahren - zwei Jahre zuvor, am 10. Mai 2007, waren in Newport, der Heimatstadt des Musikers im US-Bundesstaat Virginia, zwei junge Männer erschossen worden. Einem der beiden Opfer, dem 16-jährige Christopher Horton, war um Viertel nach 1 Uhr nachts offensichtlich aus einem entsprechenden Revolver in den Bauch geschossen worden. Er starb am Tatort, der Terrasse seines Hauses. Ein 20-jähriger Freund, der bei ihm war, erlag nach einem Kopfschuss einen Tag später seinen Verletzungen in einem Krankenhaus. Davor soll es zu einem Streit mit dem damals 16 Jahre alten Steward gekommen sein - die Polizei geht von einem Zwist zwischen rivalisierenden Gangmitgliedern aus. 

Ein Hinweis auf das gerappte "Geständnis" brachte die Ermittler jetzt auf die Spur des Musikers. Der wurde festgenommen und wegen Doppelmordes angeklagt. Vom Gefängnis aus soll er einem anderen Medienbericht zufolge seine Freundin angewiesen haben, Beweismaterial auf seinem Computer zu vernichten. Auf dem Twitter-Profil des 22-Jährigen werden die Anschuldigungen vehement abgestritten.

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Die Verherrlichung von Gewalt ist fester Bestandteil dieses Musik-Genres - das weiß man hierzulande spätestens seit dem Skandal um Bushido, der in seinem Lied "Stress ohne Grund" unter anderem Grünen-Politikerin Claudia Roth mit dem Tod droht. Der deutsche Gangsta-Rapper beruft sich dabei auf die künstlerische Freiheit. Ob Steward dieses Argument vor Gericht ebenfalls anführen wird, stellt sich Anfang Oktober heraus.

hn

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