Piusbruderschaft: Fuldaer Bischof schaltet Vatikan ein

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Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen.

Fulda - In der Auseinandersetzung mit der erzkonservativen Priesterbruderschaft St. Pius hat der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen den Vatikan eingeschaltet.

Der Bischof sagte der “Fuldaer Zeitung“ (Dienstag), der Fall der Weihe einer eigenen Kapelle durch die Bruderschaft am Sonntag in Fulda gegen den Willen des Bistums habe die Grenzen überschritten.

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“Über das Vorgehen der Priesterbruderschaft in Fulda und ihren Bruch des Kirchenrechts habe ich den apostolischen Nuntius - Vertreter des Papstes in Deutschland - und den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz per Brief ausführlich informiert“, sagte der Bischof der Zeitung. “Mir ist es sehr wichtig, dass der Heilige Vater sieht, wie die Bruderschaft auf sein großzügiges Entgegenkommen reagiert und was aus seinem barmherzigen Akt, die Exkommunikation gegen die vier verbotenerweise geweihten Bischöfe aufzuheben, geworden ist. Die notwendigen Gespräche mit der Bruderschaft muss jetzt der Vatikan führen“, erklärte Algermissen weiter.

Der Bischof berichtete, dass ihn die Bruderschaft im Juli 2008 um die Nutzung der 550 Jahren alte Severikirche im Herzen Fuldas gebeten habe. Diese Bitte habe er strikt abgelehnt.

Die Erwartung der Priesterbruderschaft, dass sich die katholische Kirche zu ihnen hin bekehren solle, sei “der Gipfel der Arroganz und der Ignoranz“. Die Existenz der Bruderschaft sei “eine tiefe Wunde im Leib der Kirche“, erklärte der Bischof.

dpa

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