Kometenhafter Aufstieg

Philippinerin gewinnt Israels X-Factor

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Die 47-Jährige Philippinerin Rose Fostanes (m.) gewann völlig überraschend die israelische Version der Castingshow "X-Factor".

Tel Aviv - Seit 20 Jahren schlägt sich die Philippinerin Rose als Haushaltshilfe und Altenbetreuerin im Nahen Osten durch. Jetzt ist die 47-Jährige in Israel über Nacht zu einem umjubelten Star geworden.

Es klingt wie die moderne Version vom Aschenputtel-Märchen: Als Außenseiterin hat eine 47-jährige Altenpflegerin von den Philippinen, die sich als lesbisch outete, die israelische Version des Gesangswettbewerbs „X Factor“ gewonnen. Die nur 1,50 Meter große Rose Fostanes rührte und begeisterte Millionen Israelis mit ihrer kräftigen und zugleich gefühlvollen Stimme. Auch die Jury-Mitglieder waren von ihren Darbietungen hingerissen. Am Dienstagabend setzte sie sich unter anderem mit dem von Frank Sinatra berühmt gemachten Lied „My Way“ gegen die drei anderen Finalisten durch, wie israelische Medien berichteten.

„Ich weiß nicht, ich kann nichts sagen“, stammelte sie überwältigt vom eigenen Erfolg dem israelischen Super-Model Bar Refaeli ins Mikrofon. „Vielen Dank allen Israelis, die meine Stimme so gut finden, die meine Lieder mögen, und danke auch allen Philippinern“, fügte sie unter Tränen hinzu. Auch ihre auf den Philippinen lebende langjährige Partnerin Mel Adel saß im Zuschauerraum. Sie war zusammen mit Fostanes jüngerer Schwester Nancy von den Veranstaltern eingeflogen worden. Seit 2011 hatten sie sich nicht mehr gesehen.

Fostanes hatte während des Gesangswettbewerbs weltweit Unterstützung von Landsleuten erhalten. Millionen Menschen von den Philippinen, vor allem Frauen, verdingen sich in reicheren Ländern als billige Arbeitskräfte. Bis zu ihrem Sieg bei „X Factor“ war sie eine von ihnen. Von ihren Mini-Einkommen zweigte sie regelmäßig noch Geld ab, das sie ihrer Familie in der Heimat schickte.

Schon seit etwa 25 Jahren arbeitet sie im Ausland. Vor Israel war sie im Libanon und in Ägypten beschäftigt. In Tel Aviv betreut sie eine ältere Frau. In einer heruntergekommenen Gegend im Süden der Stadt teilt sie sich eine Wohnung mit sieben anderen Mitbewohnern. Zu Beginn des Wettbewerbs hatte sie Journalisten hellseherisch gesagt: „Vielleicht wird sich mein Leben ändern, wenn ich an diesem Wettbewerb teilnehme.“

Israelis haben offenbar eine Schwäche für Stars aus anderen Kulturen. Vergangenen August gewann Tahunia Rubel als erste Äthiopierin die lokale Version von „Big Brother“, die Palästinenserin Lina Makhul gewann im März den Gesangswettbewerb „The Voice“ und im Februar wurde die Äthiopierin Yityish Titi Aynaw zur ersten schwarzen Schönheitskönigin Israels gekürt.

Das Video vom Final-Song sehen Sie hier.

dpa

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