Papst Benedikt besucht Großbritannien

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Papst Benedikt XVI. besucht in diesem Jahr Großbritannien.

Rom - Papst Benedikt XVI. hat erstmals bestätigt, in diesem Jahr Großbritannien zu besuchen. Er freue sich auf die Reise sagte Joseph Ratzinger.

Das sagte er vor englischen und walisischen Bischöfen, die sich zurzeit zu einem so genannten Ad Limina Besuch, einer Pflichtvisite, in Rom aufhalten. Wie Radio Vatikan am Montag weiter berichtete, nannte Benedikt allerdings noch keinen Termin. Es wäre der erste Papstbesuch im Königreich seit der Reise seines Vorgängers Papst Johannes Paul II. im Jahr 1982, der damals als erstes katholisches Kirchenoberhaupt seit der Kirchenspaltung im 16. Jahrhundert englischen Boden betreten hatte.

Für Missstimmungen hatte im vergangenen November das großzügige Angebot Roms an Anglikaner zum Übertritt in die katholische Kirche gesorgt - sogar verheiratete anglikanische Priester würde Rom im Amt belassen. Von anglikanischer Seite wurde der Vorwurf des Abwerbens laut. Ein Teil der anglikanischen Gläubigen und Priester ist nicht damit einverstanden, dass in ihrer Kirche Frauen und Homosexuelle Priester sein dürfen. Das geistige Oberhaupt der Anglikanischen Kirche, Erzbischof Rowen Williams von Canterbury, hatte zuletzt erklärt, er sei “begeistert“, dass der Papst Großbritannien 2010 besuchen wolle.

Er würde mit “Warmherzigkeit und Freude“ empfangen werden. Britische Medien hatten bereits Ende vergangenen Jahres berichtet, dass Benedikt vermutlich auch Königin Elizabeth II. treffen werde, die an der Spitze der Church of England steht. Premierminister Gordon Brown lud den Papst vor einem Jahr während einer Privataudienz in Rom nach Großbritannien ein. Die “Kirche von England“ entstand im 16. Jahrhundert durch den Bruch von König Heinrich VIII. mit dem Papst. Seit ihrer Entstehung hat sie den Status einer Staatskirche, wobei der Monarch als weltliches Oberhaupt der Kirche, der Erzbischof von Canterbury als kirchliches Oberhaupt gilt.

Theologisch steht sie der römisch- katholischen Kirche recht nahe. Die Anglikaner erkennen allerdings die Vorrangstellung des Papstes nicht an. Anders als bei den Katholiken können bei ihnen Priester und Bischöfe verheiratet sein und seit 1993 auch Frauen zum Priester geweiht werden. Heute bekennen sich die meisten Briten, etwa 25 Millionen Gläubige, in England, auf den Kanalinseln und der Isle of Man zur “Church of England“. Sie ist Teil der weltweiten Anglikaner- Gemeinschaft mit 80 Millionen Gläubigen. Die Katholiken sind eine Minderheit. In England und Wales leben etwa 4,2 Millionen romtreue Gläubige.

dpa

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